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Montag, 11. Juli 2011

Ein Interview mit Kira Maeda, der Autorin von "Blood Dragon 01 - Drachennacht"

Es gelang mir, Kira Maeda rechtzeitig zu erwischen, ehe sie sich auf den Rücken ihres japanischen Vampirdrachens schwang und von dannen flog.
Selbstverständlich konnte auch sie sich meinem Charme nicht entziehen und beantwortete meine Fragen willig und mit brutaler Ehrlichkeit *g*

Vielen lieben Dank, Kira!

Werft doch auch einen Blick auf Kira Maedas Blog! Demnächst gibt es dort einen Einblick in Blood Dragon 02 ...)



(BTW: Kira begleitet auf der Seite Leser-Welt-Forum eine Leserunde! )

Warum schreibst Du ausgerechnet Erotikromane?

Warum nicht? *g* Erotik ist etwas, was nahezu jedem Menschen im Leben Spaß macht. Sie hat tausend Spielarten und für jeden ist etwas dabei. Erotik sorgt dafür, dass man sich gut fühlt. Warum sollte man keine Bücher darüber schreiben?



Seit wann schreibst Du?

Vor mich hin gekritzelt habe ich schon immer. Das blieb bei meinem Elternhaus nicht aus – mein Vater ist selbst eine große Leseratte und hat mir schon sehr früh den Spaß am Lesen näher gebracht. Der Wunsch und der Ehrgeiz, eines Tages mal selbst veröffentlichen zu wollen, kam etwa 2004. Damals nahm ich mit einer erotischen Fantasygeschichte an einem Schreibwettbewerb teil und gewann sogar. Da hatte ich natürlich Blut geleckt und wollte weiter machen :)



Welche(r) Autor(in) inspiriert Dich?

Oh, da gibt es eine ganze Menge. Am deutlichsten haben mich Michael Ende und Stephen King geprägt. In Sachen Erotik bin ich ein sehr großer Fan von Anne-Marie Villefranche – sie schreibt Bücher, die wie in knisterndes Papier verpackte Pralinen sind.



Wie und wann recherchierst Du?

Ich fange mit der Hauptrecherche immer vor einem neuen Projekt an – allerdings passiert es mir immer wieder, dass ich während des Schreibens auf Kleinigkeiten stoße, bei denen ich erst einmal wieder unterbrechen und nachgucken muss.

Die beste Quelle ist meistens das Internet. (Sehr unglamourös, ich weiss ;)) Wann immer sich aber die Möglichkeit bietet, versuche ich vor Ort zu recherchieren. Sehr hilfreich ist auch die Uniblibliothek.



Wie gehst Du vor? Planst Du Deinen Plot/Story/Szenen und Charaktere vorher?

Ich gebe zu: Ich bin kein großer Plotter. Wenn Kollegen sagen, dass sie vorher immer ein ausführliches Exposé für jede einzelne Szenen anfertigen stehe ich daneben und schiele auf meinen Berg ungeordneter Notizen und meinen Gedankenwust.

Ein Buch beginnt bei mir mit einer Szene und einer groben Idee. Die lasse ich reifen, beobachte sie eine Weile und füge immer wieder neue kleine Ideen hinzu. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Idee rund ist, beginne ich zu schreiben und beobachte, wo die Geschichte mich hinführt. Das ist zum einen unheimlich anstrengend, weil man sozusagen orientierungslos ist, aber es ist auch spannend und aufregend, weil ich das Buch sozusagen als Erste lesen kann.



Wie hast Du das Schreiben gelernt?

Durch Lesen, Lesen und nochmals Lesen. Man lernt soviel, wenn man sich Werke anderer Autoren anschaut. In jedem Buchhandelregal gibt es Beispiele, wie man einen spannenden Plot aufbaut, Beispiele für spannende Dialoge, Beispiele für interessante Charaktere. Und ganz nebenbei hat man auch noch Spaß beim Lesen :)



Schreibst Du in mehreren Genres? Welche?

Ich schreibe neben Erotik auch Urban Fantasy und Romance unter verschiedenen Pseudonymen. Im Augenblick liebäugle ich auch mit dem Thrillergenre, aber das ist noch weit entfernte Zukunftsmusik.



Welches Genre fällt Dir am Leichtesten zu schreiben?

Erotik, ganz klar :)



Was tust Du um Kraft zu schöpfen und/oder neue Ideen zu finden?

Ich schalte das Internet ab und bin auch sonst sehr unkommunikativ, wenn ich Ruhe finden muss. Ideen kommen, wenn man zuhört und sich aufmerksam umsieht. Das geht nicht, wenn man sich nicht konzentriert. Ideen sind sehr scheue Wesen, eine Mail oder ein Telefonklingeln verscheuchen sie schnell ;)



Wie viel und was liest Du?

In meinen Bestzeiten (also, während ich eigentlich in der Schule lernen und nicht schmöckern sollte), habe ich es auf zwei bis drei Bücher pro Woche gebracht. Heute sind es viel weniger. So etwa ein Buch alle zwei Monate. Mir fehlt einfach die Zeit. Wenn ich dann lese, ist mir das Genre eigentlich egal. Die Geschichte muss mich ansprechen. Das kann ein Kinderbuch, ein Erotikroman oder ein historischer Krimi sein.



Wonach wählst Du ein Buch aus?

Wie gesagt, die Geschichte muss stimmen. Heutzutage machen auch die Cover viel aus – wir haben Glück, dass in Deutschland die Bücher zwar teurer als anderswo sind, dafür ist die Qualität und die Aufmachung auch viel liebevoller und meist aufwändiger. Ich mag Romane, bei denen das bloße Gefühl, sie in der Hand zu halten, schon toll ist. Das, in Verbindung mit einer packenden Erzählung, macht mir besonders Spaß.



Welche Art Romanhelden/innen bevorzugst Du?

Starke Frauen sind meine Favoriten. Sie haben in meinen Augen das größte Potential, verschiedene Facetten zu zeigen. Solche Frauenfiguren sind nicht immer auf den ersten Blick stark – manche erscheinen sogar zu Romanbeginn schwach, entwickeln aber später eine umso größere Stärke. Auf den ersten Blick starke Frauen zeigen dabei im Laufe des Romans verletzliche Seiten und Fehler, denen sie sich stellen. Diese Mischung aus Härte und Sanftheit macht für mich starke Frauen aus. Und das fasziniert mich.



Würdest Du im realen Leben den Romanhelden als Mann für´s Leben wollen?

Nein *lach* Ein Romanheld hat besondere Vorzüge, aber als Autorin weiß ich, dass er immer ein bisschen stärker gezeichnet sein muss, als „reale“ Männer, um seine volle Wirkung zu entfalten. Das wäre mir im wahren Leben wahrscheinlich zuviel.



Reizen Dich (als Leserin) erotische Romane? (Von Recherchegründen einmal abgesehen...)

Ja, heute genauso wie früher. Ich bin immer neugierig, wenn ich Neuerscheinungen von Kolleginnen sehe und greife da gerne zu. Gerade in letzter Zeit kamen und kommen viele neue Bücher, die genau meinen Geschmack treffen. Aktuell warte ich gespannt auf Cassandra Nortons Scheich und Pandora Winters Skinchanger.



Wenn ja, warum?

Weil ich Erotik sehr gerne mag. Erotische Romane sprechen einen der beiden ursprünglichsten Zustände des Menschen an: Die Lust. Lust und Angst berühren uns genau da, wo wir jede Kontrolle verlieren. Und das macht sie so reizvoll. Aus dem Grund lese ich wohl auch so gerne Thriller und Horrorromane. :)



Was gefällt Dir in Romanen am Besten?

Der Moment, wenn ich alles vergesse, weil der Autor es geschafft hat mich vollends in seine Welt zu ziehen. Dann, wenn ich gespannt auf die nächste Seite bin und nicht mehr darauf achte, ob es zwei Uhr nachts oder nachmittags ist.



Was geht gar nicht? Was sorgt bei Dir dafür, daß ein Buch im Ofen landet?

Verschenkte Ideen. So etwas ärgert mich immer besonders und hat mich schon einige Bücher abbrechen lassen. Furchtbar, so etwas :(



Wie wichtig ist Sex in erotischen Romanen für Dich?

In erotischen Romanen finde ich sie sehr wichtig, allerdings sollten sie nicht den ganzen Raum einnehmen. Bei Erotik in Büchern ist es wie mit einem köstlichen mehrgängigem Menü: Nach dem letzten Gang will man endlich das Dessert vernaschen. :)



Welche Sexszenarien gefallen Dir am besten?

Szenarien, die mit Perspektiven und Macht spielen, gefallen mir sehr. Den Wechsel aus Hingabe und Initiative finde ich besonders prickelnd.



Was sind Abtörner-Szenen?

Hinlegen, Drauflegen, Zucken – fertig.



Wie lange sollte eine gute Erotik-Szene sein?

Das variiert, finde ich. Es kommt auf die jeweilige Szene an. Insgesamt sollte sie aber zehn bis fünfzehn Seiten nicht überschreiten, weil es von da an schwer wird, die Spannung für den Leser zu halten.



Welchen Plot bevorzugst Du in einem Erotikroman?

Ich liebe Exotik! Nicht nur exotische Schauplätze, sondern auch exotische und ungewöhnliche Setting, wie Gestaltwandler etc. Damit kriegt man mich eigentlich immer :)



Optionale, nicht ganz ernst gemeinte Frage Welche/n Deiner Protagonisten würdest Du NICHT von der Bettkante schubsen?

Hehe, ganz klar Toshi aus Seidenfessel. Dieser nach außen hin unterkühlte japanische Mafiaboss hat ein paar Charakterzüge, bei denen ich mehr als nur schwach werde *gg*
Kira Maeda

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