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Donnerstag, 21. Juli 2011

Hilke Müller aka Megan MacFadden - Ein Interview mit Enthüllungen

Schattengefährte: Roman


Wieder konnte ich eine liebe Mit-Autorin zu einem Interview überreden.
Hilke Müller auch bekannt als Megan MacFadden lief mir über den Weg, als ich gerade auf der Jagd nach dem legendärem fliegenden Pferd Pegasus war.
Natürlich ließ ich die Gelegenheit nicht ungenutzt auch Hilke mit meinen Fragen zu löchern, zu drangsalieren und unter Androhung schlimmster Sanktionen gelang es mir sogar, ihr die Antwort auf Frage zu entlocken, was sie niemals in einem Interview verraten würde .....





Hilke, ich habe gesehen, daß Du ein richtiges Multitalent bist  : Liebe, Historie, ein Katzenroman.

Schläfst Du auch irgendwann?



Oh ja. Ich schlafe sogar sehr gern. Sieben Stunden Schlaf brauche ich auf jeden Fall, wenn möglich auch mehr. Nein, im Ernst. Ich schreibe ja schon eine Reihe von Jahren, daher sind inzwischen etliche Bücher aus meiner Feder auf dem Markt.



Wie viele Manuskripte produzierst Du jährlich?

Momentan sind es zwei.



Gibt es unterschiedliche Herangehensweisen an die jeweiligen Genres?

Natürlich. Jedes Genre hat seine Gegebenheiten, über die man sich vor dem Schreiben klar sein sollte. Aber gerade das hat auch seinen Reiz, denn es bietet die Möglichkeit, immer neue Schreibweisen zu erlernen und andere Seiten des eigenen Wesens auszuleben. In jeder von uns schlummern viele unterschiedliche Wesenszüge, deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb man eine Autorin auf ein bestimmtes Genre festnageln sollte.


Hast Du ein "Wohlfühl-Genre", bei dem das Schreiben beinahe nebenher läuft?

Nein. Aber es kann geschehen, dass ich mich nach Beendigung eines Romans mit großer Begeisterung auf das neue Projekt stürze, weil es ganz andere Fähigkeiten und Gedankenwelten von mir verlangt. Dann kommt es vor, dass der Pegasus mich eine Weile auf seinem Rücken trägt und ich schreibe, als hätte ich Flügel.



Bist Du eine Bauchschreiberin oder eher eine organisierte Schriftstellerin, die vorab plottet, Schemen erstellt, Lebenläufe der Figuren etc.?

Ich bin eine Mischung aus beiden. Mein Plot steht normalerweise fest, auch die wichtigsten Personen habe ich vor Augen. Früher habe ich für sie Lebensläufe und Charakterbilder erstellt (auch ich habe verschiedene Schreibseminare, u.a. eine Drehbuchausbildung gemacht), aber meine eigene Schreiberfahrung hat mich gelehrt, dass ich sowohl Handlung als auch Personen etwas Freiheit zur Entfaltung lassen muss. Nur dadurch wird ein Roman reich. Es hat etwas von einer Pflanze, die man wachsen lässt, sich verzweigen, verästeln, Blüten treiben, Triebe ansetzen, die man aber immer sorgsam mit der Rosenschere überwacht, damit sie nicht auswuchert.



Kannst Du vom Schreiben leben?

Momentan schon. Obgleich ich nicht reich davon werde und mir auch keinen Urlaub leiste. Dafür füttere ich Hund, Kater und zwei Hasen und zahle den Tierarzt. Seufz.



Was würdest Du jemandem raten, der hauptberuflich Schriftsteller werden möchte?

Muß man dazu berufen sein?

Da gibt es so ein altes Sprichwort: „Viele sind berufen, wenige auserwählt“. Ich glaube, dass sehr viele Menschen Talent zum Schreiben haben. Viel weniger sind es, die an diesem Talent gründlich und systematisch arbeiten. Und noch viel weniger Menschen gelingt es, für ihre Bücher einen Verlag zu finden. Eine kleine Anzahl schafft es, davon leben zu können. Dazu braucht man Disziplin, Durchhaltevermögen, Anpassungsfähigkeit und ein Quäntchen Glück. Denn – um bei den hübschen Vergleichen zu bleiben – eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Ein erfolgreiches Buch reicht nicht zum Leben, es ist nur ein Anfang. Hauptberuflich Schriftsteller zu sein, bedeutet, täglich sechs bis acht Stunden an seinen Manuskripten zu arbeiten. Und nicht davon zu träumen, einmal so etwas wie „Harry Potter“ zu schreiben.




Hast Du unter Deinen Romanen einen Lieblingsroman? Und eine/n Lieblingsprotagonisten/in?


Eigentlich immer das Buch und die Protagonisten mit denen ich mich gerade beschäftige.



Wie schöpfst Du Kraft und Energie?

Ich liebe meinen Garten, treffe mich gern mit Freunden, gehe mit Hundi spazieren und habe Spaß daran, Räume einzurichten. Ich höre oft Musik. Hin und wieder gönne ich mir eine kurze Recherchefahrt – ich bin ein Fan von alten Gemäuern, romantischen Plätzen und Museen.



Welche Bücher liest Du selber?

Sehr unterschiedlich. Charles Dickens und Tokien, Anton Cechov und Tanja Blixen, Dieter Kühn oder Dylan Thomas – was gerade meiner Stimmung und meiner Neugier entgegen kommt. Oft auch Bücher unbekannter Autoren, die mir im Buchladen auffallen, wo man schöne aber auch böse Überraschungen erleben kann. Sehr viel Sachbücher zwecks Recherchen.



Wie entwickelst Du Deine Ideen? Wie fliegen sie dir zu?

Sie entstehen meist aus einer vagen Grundidee. Eine Landschaft, ein Fernsehbericht, ein Gespräch, eine Person, die mich interessiert, ein ungewöhnliches Erlebnis, manchmal einfach nur ein altes Haus, eine Teekanne, ein Gegenstand, den man am Strand findet.



Ich habe gelesen, daß Du Klavier- und Gesangsausbildung erhieltst. Spielst Du noch Klavier oder singst?

Nein, das war eine Phase in meinem Leben, die inzwischen abgeschlossen ist. Mit dem Singen habe ich aufgehört, als ich mit dem Schreiben begann.



Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?

Ich bin das was man eine Nachteule nennt. Fange am Nachmittag so gegen 17 Uhr an, lese und überarbeite, was ich am Vortag verbrochen habe und gehe daran, die Fortsetzung zu schreiben. Hin und wieder sitze ich auch stundenlang mit leerem Blick in der Gegend herum, weil ich die nächste Szene noch nicht im Griff habe, dann suche ich irgendwann hektisch nach Papier und Kugelschreiber (die ganze Wohnung ist voll davon, aber wenn man das Zeug braucht, ist es immer verschwunden) und beginne, Stichpunkte zu notieren. Wenn ich den Ablauf der Szene oder des Kapitels genau vor Augen habe, kann ich schreiben. Das mag bis ein oder zwei Uhr in der Nacht dauern, danach brauche ich ein wenig Entspannung, setze mich vor den Fernseher und genieße ein Weilchen das Spät- bzw. Frühprogramm. Wann ich endlich im Bett liege, erzähle ich besser nicht ...



Kennst Du Schreibblockaden? Wie überwindet man diese?

Es läuft nicht jeden Tag gleich gut. Mal ist man müde oder innerlich zu stark mit etwas anderem beschäftigt, dann gibt es wieder Tage, da scheinen sich alle Musen um die Autorin versammelt zu haben, um ihr die Feder zu führen. Eine regelrechte Schreibblockade hatte ich zum Glück noch nie.



Und zu guter Letzt: Was würdest Du in einem Interview niemals verraten?

Allzu Privates.


Die Tochter des Gerbers: Roman

1 Kommentar:

  1. Noch ne offizielle Nachteule, wir sollten einen Club gründen! Schönes Interview!

    LG
    Jazz Winter

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