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Sonntag, 31. Juli 2011

Jeanine Krock - vom Winde verweht und verhext vom Wassermann ....

Hallo ihr Lieben,

Bilder von Jeanine Krock

Jeanine Krock war nicht einfach zu erwischen.

Das Phantom der Oper brach ihr die Flügel und so mußte sie auf dem Besen der kleinen Hexe gen London fliegen.
Gerade in dem Moment als sie sich auf das Segelschiff begeben wollte, erreichte ich sie.
Seetang im Haar und Muscheln an den Füßen rannte ich auf sie zu. 
Ein Wunder, daß Jeanine nicht schreiend vor mir floh. Wahrscheinlich war sie vom Geruch der Kerosin-Abgase am Himmel benebelt...
Meine Wenigkeit war auf jeden Fall höchst entzückt, einen neuen Strich in meinen Bettpfosten kratzen zu können .... :-)

Was Jeanine, die Autorin von "Wind der Zeiten", "Der Blutkristall" und "Himmelsschwingen" u. v. m. mir erzählte, könnt ihr hier lesen:


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Interview:


1. Erinnerst Du dich an die allererste Story, die du geschrieben hast?Geschichten wollte ich schon immer erzählen. Spannende, romantische und vor allem unterhaltsame Geschichten. Ich könnte mir eine hübsche Antwort ausdenken, aber tatsächlich kann ich mich nicht an die erste erinnern, die ich dann auch wirklich aufgeschrieben habe, leider.


2. Du hast eine Weile in London gelebt. Was hat Dir am Leben dort besonders gut gefallen?Wo soll man da anfangen? Niemand fand es merkwürdig, wie wir gekleidet waren (Post-Punk), die besten Bands spielten zu erschwinglichen Preisen in kleinen Clubs. Ich habe in London fantastische, kreative Freunde gefunden und eine glückliche Zeit verbracht.


3. Als großer Musical-Fan war ich ganz begeistert, als ich las, dass Du an einem Musical-Theater gearbeitet hast. Wie bist Du dorthin geraten?Zum »Phantom der Oper« in Hamburg bin ich eher zufällig gekommen und es sollte auch nur eine Zwischenlösung sein. Doch die Arbeitszeiten (vorwiegend abends), die internationale Atmosphäre und besonders die Kollegen haben mir gut gefallen. Von Kostümen verstehe ich auch etwas und so habe ich mich dort sehr wohl gefühlt.


4. Wie sieht Dein momentaner Arbeitsalltag aus? Hast Du einen festen Rhythmus?Zumindest bemühe ich mich darum, leider sind gute Vorsätze oftmals nicht ausreichend. Es gibt Tage, die rauschen wie ein Wirbelwind vorüber.
Im Prinzip bin ich aber eine Jahreszeitenschreiberin. Das heißt, ich schreibe im Sommer vorwiegend in den frühen Morgenstunden und dann abends noch einmal, falls ich nicht recherchiere. Im Winter finde ich morgens schwer aus dem Bett und verlege die Arbeitszeit gern in den Abend- und Nachtstunden.


5. Schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig?Auf keinen Fall! Also zumindest versuche ich, eine solche Situation zu vermeiden. Meine Geschichten und Figuren gehen mir wirklich nahe und es käme mir wie Verrat vor, nebenher noch eine „Affäre“ mit einer anderen Story zu haben. Okay, kleinere Seitensprünge in Kurzgeschichten gab es schon. Aber glücklich war ich nicht dabei.


6. Was tust Du um Kraft zu schöpfen und/oder neue Ideen zu finden?Am liebsten würde ich im Wind auf einer Düne oder einem Felsen sitzen und zusehen, wie die Segelschiffe am Horizont von der Scheibe kippen. Weil das aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist (u. a. wohne ich 250 km vom nächsten Meer entfernt), gehe ich gern spazieren oder genieße unseren Garten.


7. Du kannst eine beeindruckende Zahl von Romanen vorweisen. Welcher Deiner Romane ist Dein persönlicher Favorit?Eigentlich immer der, an dem ich gerade schreibe. Und dann vielleicht noch „Wind der Zeiten“, weil sich in diesem Wunschprojekt vieles von dem vereint was ich besonders mag: die schottische Landschaft, ein historisches Setting, eine Prise Magie und die Liebe natürlich.


8. Schreibst Du auch in anderen Genres?„Wind der Zeiten“ ist ja genau genommen ein Genre-Crossover und ich bin immer offen für neue Ideen, aber momentan komme ich leider gar nicht dazu, mal was anderes zu schreiben, als das, für das ich ohnehin schon einen Vertrag habe. Derzeit arbeite ich an einer Novelle, die Anfang 2012 bei Heyne erscheinen wird. Kein Genre-Wechsel, aber doch eine andere Literaturgattung.


9. Findest Du Zeit zu lesen, während Du an einem Roman arbeitest?Viel zu selten. Es gibt so wunderbare Bücher, die ich alle gerne lesen würde. Während ich schreibe, liegt hier überwiegend Fachliteratur auf dem Schreibtisch. Romane gestatte ich mir manchmal zur Belohnung, allerdings keine, die dem zu nahe kommen, was ich selbst entwickle, denn ich möchte unbeeinflusst bleiben.


10. Welche Autoren/innen liest Du selber bevorzugt?
Ich lese querbeet und fast alles. Außerdem blättere ich für mein Leben gern in Coffee Table Books – diesen wahnsinnig schweren Bildbände die bei manchen Leute auf flachen Tischen herumliegen, weil es keine passenden Regale gibt. Darin könnte ich mich glatt verlieren und ich bin sehr stolz, dass einige meiner Geschichten es in zwei solcher Bildbände geschafft haben, zumindest in einer etwas kleinformatigeren, aber deshalb keineswegs weniger faszinierenden Variante davon. (Anm.: u. a. „Obsolete Angels“ der Fotografin Annie Bertram)


11. Wirst Du oft persönlich von Fans kontaktiert?Ich bekomme Mails und manchmal auch Briefe von Lesern. Zum Glück sind fast alle diese Nachrichten so nett, dass ich mich darüber freue. Ich lese alle und versuche auch, auf E-Mails und Briefe persönlich zu antworten. Auch bei Facebook werde ich regelmäßig angesprochen, aber dort kann die eine oder andere Mitteilung schon mal untergehen, was natürlich schade ist.


12. Glaubst Du, das ein/e Autor/in irgendwann an einen Punkt kommen kann, an der ihm/ihr die Ideen ausgehen?Ich glaube, die Freude daran, aus der Idee eine fesselnde Geschichte zu zaubern, kann man durchaus verlieren. Fantasie oder Talent halte ich nicht für selbstverständliche Gaben, die man, wie beispielsweise die handwerkliche Seite des Schreibens, bis zu einem gewissen Punkt erlernen und dann auch nach Belieben abrufen kann.


13. Du bist Hundebesitzerin. Was macht das Leben mit Hunden so besonders?Haustiere, egal ob Hund, Katze, Pferd oder sogar Schafe können wunderbare Gefährten sein. Sie holen dich aus der Melancholie, verlangen nach Fürsorge, öffnen den Blick für die kleinen Wunder im Leben und das Beste: sie lieben dich sogar, wenn mittags noch im Nachthemd am Schreibtisch sitzt, weil du „nur eben mal schnell“ etwas aufschreiben wolltest ...
Letzteres funktioniert natürlich nur, wenn ähnlich großmütig veranlagte Familienmitglieder (oder Freunde) da sind, die sich ebenfalls um die leiblichen Bedürfnisse der Tiere kümmern.


14. Zu Guter Letzt: Welchen Berufswunsch hattest Du als Kind?Ich wäre gern so geworden, wie die kleine Hexe von Ottfried Preussler, oder wie der kleine Wassermann, den ich um seine herrlich grünen Haare beneidet habe. Manchmal hätte ich den Tag als Lokomotivführer beginnen mögen, anschließend einen fliegenden Teppich gesteuert, am Abend im Feengewand dem schönsten Prinzen des Landes den Kopf verdreht und wäre um Punkt Mitternacht mit einem Engel der Finsternis durchgebrannt. Dass ich eines Tages Schriftstellerin werden würde, hätte ich mir niemals träumen lassen, es war vermutlich unvermeidbar.

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