aktuell:

aktuell:

Donnerstag, 4. August 2011

Astrid Martini - Monster, Katzen und andere Ungeheuer

Hallo ihr Lieben,

für meine treuen Leserinnen (und Leser? ;-) ) wage ich mich in Gebiete vor, die nie ein Mensch zuvor betreten hat.

Nie?

Doch, da gibt es eine verwegene Frau, mutig wie Crocodile Dundee und unerschrocken wie Shreks "Gestiefelter Kater", eine Frau, die jeder Gefahr trotzt und dem Übel der Welt ins Gesicht lacht.
Astrid Martini, Autorin von "Zuckermond", "Feuermohn", "Engel der Schatten", "Mondkuss" und "Schwanensee", sie ist eine der wenigen, die sich der gefährlichen, vom Aussterben bedrohten Gattung der Raubosaurier zu nähern wagt.
Und dabei benötigt sie weder Peitsche noch Paddel.
Wie sie es schafft, nicht nur Monster sondern auch Katzen zu bändigen, wie sie Alphamännchen nach ihrer Pfeife tanzen läßt und dabei weder Gefahr läuft grauhaarig noch glatzköpfig zu werden, hat sie mir im folgenden Interview verraten:



     



Interview:


Wie bist Du dazu gekommen, zu schreiben?

Ich habe mir schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht (s.u.)

Später, in meinem Beruf als Erzieherin, entwickelten sich aus Spaß an der Arbeit zahlreiche Geschichten, Gedichte und Lieder für Kinder. Es kam auch zu vereinzelten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften.

Mein Traum jedoch war es, Spannungs-Romane für Kids ab 12 zu schreiben.

Jedoch biss man bei den Verlagen als No-Name auf Granit.

Und dann wurde ich Ende 2003 gefragt, ob ich bei der Entstehung eines erotischen Heftromans behilflich sein könnte. Meine spontane Reaktion: Für Erwachsene schreiben mag ich nicht. Doch der Gedanke ließ mich nicht los. Und ich erinnerte mich daran, wie sehr mich Mitte der 90er der Film "Bitter Moon" von Roman Polanski fasziniert hatte. Und so nahm alles seinen Lauf. Ich begann, mich in dieses Genre einzuarbeiten, startete mit erotischen Heftromanen, verliebte mich in die Website von Plaisir d’Amour, und hatte sofort das Glück, dort mit meiner Idee für „Zuckermond“ angenommen zu werden.



Du hast als Arbeitgeber Plaisir d´Amour auf Facebook angegeben. Schreibst Du ausschließlich für Plaisir d´Amour?

Ich liebe es, erotische Romane zu schreiben! Und was dieses Genre betrifft, fühle ich mich bei Plaisir d´Amour sehr wohl und gut aufgehoben. Also ein eindeutiges Ja!

Sollte ich meinem damaligen Traum (s.o.) doch noch einmal nachgehen wollen, wäre dies der einzige Grund, parallel für einen Verlag zu schreiben, der Kinder/Jugendliteratur veröffentlicht. Doch dies steht derzeit nicht an.



Was reizt dich daran über Dominanz und Unterwerfung zu schreiben?

Meine Faszination in Bezug auf den Film „Bitter Moon“ hat mich da sicher geprägt. Was ist zwischen Mann und Frau auf erotischer Ebene möglich, nachdem es auf irgendeine Weise gefunkt hat? Diese Vorstellung beinhaltet für mich schreibtechnisch einen viel größeren Reiz, wenn Dominanz und Unterwerfung ins Spiel kommen, denn das Spannungsfeld ist - aus meiner rein subjektiven Sicht - ein breiter angelegtes. Außerdem knistert es mehr :-)




Du hast als Erzieherin gearbeitet. Hattest Du da manchmal das Bedürfnis die Peitsche knallen zu lassen?

Wie gerne würde ich jetzt sagen können: Ooohm– ich ruhe stets in mir – nie ist mir der Kragen geplatzt.

Aber das stimmt nicht. Es gab sie, die Momente, wo klare Ansagen und energisches Auftreten nötig waren. Und es gab auch Tage, an denen mir alles zu viel war und ich am liebsten alles aus dem Fenster gepfeffert hätte, was mir gerade unter die Finger kam … oh ja … ich bin schließlich kein Engel ;-) Jedoch bin ich absolut gegen wilde Herumwüterei und gegen Machtmissbrauch in jeglicher Hinsicht. Und meistens gelang es mir, mit ruhiger Konsequenz zum pädagogischen Ziel zu gelangen. Und ich kann sehr konsequent sein!! Kinder brauchen Regeln, jedoch müssen sie verstehen wiesoweshalbwarum … Grob betrachtet bin ich allerdings eher als Kumpel aufgetreten, als als „Pädagoge“.




Hast Du lebende Vorlagen/Vorbilder für Deine Figuren?

Nein.



Welche Art Romanhelden/innen bevorzugst Du?

 Ich habe eine Vorliebe für den sogenannten männlichen Alphahelden, der für mich jedoch nicht zwingend notwendig ist, um einen Roman zu mögen.

Starke, wortgewandte Frauen mag ich ebenfalls sehr.

Kick-Ass Heldinnen hingegen liegen mir ebenso wenig, wie Männer, die sich unterwerfen.



Würdest Du im realen Leben den Romanhelden als Mann für´s Leben wollen?

Hm … schwer zu sagen. Ich weiß, dass man vernarrt sein kann, in einen bestimmten Romanhelden. Alles was darüber hinausgeht, hat jedoch so etwas wie der weit verbreitete Mädchentraum: „… und dann kommt mein holder Prinz auf seinem weißen Pferd und macht mich glücklich“. Da ich keine Prinzessin bin, würde auch kein Prinz zu mir passen. Der würde eher davon laufen, wenn er meine Macken kennen lernen würde ;-)




Welchen Plot bevorzugst Du in einem Erotikroman?

Hui … da kann ich mich gar nicht so festlegen. Ich mag es mystisch, historisch, zeitgenössisch, spannend, humorvoll …

Wenn mir der jeweilige Schreibstil zusagt, und dann auch noch originelle Dialoge hinzukommen, so befinde ich mich recht schnell im Spinnennetz der jeweiligen Autorin (ja, ich gestehe … ich mag Romane aus der Feder von Frauen lieber, als die, die von einem Mann geschrieben wurden. Woran ich das festmache, kann ich gar nicht definieren … es ist lediglich mein bisheriger Erfahrungswert/Geschmack. Und das betrifft nicht ausschließlich Erotikromane)




Hast Du bestimmte Rituale, ehe Du mit dem Schreiben beginnst?

Nö. Ich brauche Ruhe … das ist alles.



Bist Du eher eine Bauchschreiberin oder planst Du alles durch, ehe Du mit dem Schreiben beginnst?

Ich bin Bauchschreiberin durch und durch! Da ist die grobe Grundidee, der grobe Storyverlauf (den ich kurz skizziere) und dann schreibe ich einfach drauflos. Wichtig dabei: Der innere Kontakt zu den Romanfiguren. Werde ich durch irgendetwas gestört (oder bedrückt mich etwas) reißt dieser Kontakt leider ab und ich brauche meine Zeit, diesen wieder herzustellen.

Ich habe mal begonnen, mit Exposé zu arbeiten, jedoch kam am Ende doch wieder etwas anderes dabei raus und so habe ich es gelassen. Zumal es mich beim Schreiben beengt und der Kreativität die Luft abschnürt.



Was war der dümmste Kommentar, den Du Dir über deine Geschichten oder Deinen Beruf anhören musstest?

„Sind Sie sicher, dass man mit Ihnen auch über was anderes, als über Viagra reden kann?“



Was bringt Dich dazu, ein Buch zu zerreissen?

 Nie nie niemals würde ich ein Buch zerreißen! Und auch nicht wegwerfen. Allerhöchstens an jemanden verschenken, der es leiden mag. Ansonsten findet sich bei mir immer irgendwo ein Plätzchen.



Kannst Du Dich noch an die Story bzw. deren Handlung erinnern, die Du als erstes zu Papier gebracht hast?

Ja. ;-) Ich war so um die 9 oder 10. Ich habe Hanni und Nanni verschlungen und Pferdebücher (mein Lieblings-Pferdebuch war: „Jojo reitet Rosmarin“ von Nan Inger.

Ich wollte, dass sich die Figuren untereinander ‚kennen lernen‘ und gemeinsame Abenteuer erleben. Also habe ich meinen Malblock in gleich große Rechtecke geschnitten, diese dann gefaltet, mit Wollte zu einem Heft gebunden und begann zu schreiben. Zu einem Ende kam es nie, weil ich schon kurze Zeit später neue Lieblingshelden hatte, die vor meinem geistigen Auge in Abenteuer außerhalb der gelesenen Geschichte verstrickt waren … and so on …

Ach ja ... ein weiterer Mosaikstein, weshalb es nie zu einem Ende meiner angedachten Geschichten kam => Beim Schreiben war ich Feuer und Flamme. Las ich dann kurze Zeit später durch, was ich da so fabriziert hatte, war es vorbei mit meiner Begeisterung *g* … bis zum nächsten Mal …




Du bist eine Tierfreundin. Hast Du ein Lieblingstier?

Ja … Katzen!

Eigensinn und Unbeugsamkeit gepaart mit schmusiger Anhänglichkeit.

Geheimnisvolle Blicke, der Wechsel von Sanftheit und Wildheit - zwischen Schnurren und Fauchen … das alles fasziniert mich.

Es sind facettenreiche Persönlichkeiten, die viele Geheimnisse bergen, denn auch wenn man seine Haustiger gut kennt, bleibt immer ein Teil unbegreiflich, verborgen und ursprünglich.

Sie suchen unsere Nähe und lassen gleichzeitig spüren, dass sie auf Abstand Wert legen. Nähe und Distanz sind gleichermaßen vorhanden – Ich liebe es!

Fast wilde Verspieltheit geht einher mit einem Wesen, das gerne schläft.

Ein sanft blinzelnder, dankbarer und liebevoller Blick, der von jetzt auf gleich stur und bockig werden kann.

Hochintelligente und eigensinnige Tiere, die sich gerne mal Ihr Herrchen bzw Frauchen um den Finger wickeln und dabei auf raffinierte Weise erziehen ;-)



Was war Dein erstes Haustier?

Eine Katze (in meiner ersten eigenen Wohnung). Als Kind war da leider nie ein Haustier, es gab da aber einen Nachbarhund, den ich fast täglich besuchte und ausführte. Ein Rauhaardackel namens Bastian.



Wenn Du zu einem Moment in Deinem Leben zurückgehen könntest, würdest Du das tun? Würdest Du etwas ändern?

Spontan: Ich möchte nicht zurück in die Vergangenheit!

Ein paar Sekunden weiter darüber nachgedacht => es gäbe da einen Moment, zu dem ich gerne zurückkehren würde … der Tag, an dem meine Freundin den Freitod wählte. Wenn man jemanden, den man im Herzen trägt, durch Krankheit verliert, ist es schlimm … sehr schlimm, aber man ist machtlos.

Bei einem Suizid jedoch trägt man ewige Schuldgefühle mit sich herum, egal wie oft der Verstand signalisiert, dass man keine Schuld trägt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen