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Mittwoch, 24. August 2011

Sandra Henke - Mit der Göttin der Alphawelt auf Wanderung

Bilder von Sandra HenkeMeine Lieben,

ich hoffe, ihr wißt zu würdigen, was ich alles auf mich nehme.
Und das nur, um euch mit interessanten, tiefgründigen, charmanten, humorvollen Autorinnen bekannt zu  machen!

Meine neueste Interviewpartnerin ist Sandra Henke, die Autorin so beliebter Romane wie:

Alphawolf: RomanJenseits aller Tabus
      

Die begeisterte Wanderin zwang mich zu einem grauenvollen Deal:
Ein Interview erhalte ich nur, wenn ich sie bei einer Wanderung begleite.
Rückblickend muß ich sagen: eine geradezu entsetzliche Idee!

Es begann völlig harmlos.
Die Luft war klar, die Vöglein zwitscherten, irgendwo tuckerte ein Traktor. Links von uns goldgelbe Weizenfelder, die im Winde wogten, rechts vom Weg eine Blumenwiese, deren grünes Gras von zarten Butterblumen, knallrotem Mohn und diesen lila Blumen, die überall wuchern, gefleckt war.
Meine Turnschuhe waren bequem, die Jeans passend bei den kühlen Morgentemperaturen.
Niemals wieder auf Mission, ohne gründliche Vorbereitung!
Gegen Mittag war die Hose zu warm, daß ich auch noch auf einem feuchten Baumstumpf Rast machte, erwies sich ebenfalls als unvorteilhaft. Die Turnschuhe waren der letzte Mist.
Am frühen Nachmittag hätte ich mich jedem Jäger freiwillig vor die Flinte geworfen, um meinem Elend ein Ende zu machen.
Aber mit der Entschlossenheit einer Kriegerin, dem Mut der Verzweiflung und der Aussicht auf Heiligsprechung hielt ich durch!

Und so kann ich euch meinen Lohn präsentieren:

Interview

Seit wann schreibst Du?

Wie so viele Autoren, habe ich eigentlich schon immer geschrieben, allerdings bin ich in das professionelle Schreiben Schritt für Schritt reingerutscht. Zuerst habe ich aus Spaß an der Freude geschrieben, dann floss immer mehr Herzblut und ich erkannte, dass im Schreiben meine Zukunft, meine Erfüllung und Bestimmung liegt. Ich fühle, dass ich angekommen bin - ich bin zuhause.



Hast Du viele Verlage angeschrieben, ehe Du veröffentlicht wurdest?

Dadurch, dass es bei mir Schritt für Schritt ging, trifft diese Frage nicht hundertprozentig auf mich zu. Früher habe ich ausschließlich in „phantastischen“ Kleinverlagen veröffentlicht, was erfreulich leicht ging und mich motivierte. Bis einige Großverlage meine Kinderbücher herausgaben, musste ich mich allerdings durchbeißen Ich engagierte mich in einer Kinderbuchautorenvereinigung und versuchte meine Chancen zu nutzen, wobei so mancher Schuss natürlich auch ins Leere ging. Dann bekam ich meinen ersten Vertrag vom Plaisir d’Amour Verlag für einen Erotikroman. Die Leser mochten meine erotischen Liebes- und Spannungsromane und glücklicherweise fügte sich eins in andere. Der Mira Verlag wurde auf mich aufmerksam, und ich fand eher zufällig einen Agenten, der mich an den Heyne Verlag vermittelte.



Wie und wann recherchierst Du?

Grob gesagt sind es zwei Phasen. Ich recherchiere, wenn ich das Exposé schreibe und parallel zum Schreiben. Im Hintergrund ist ständig mein Browser geöffnet, um spontan etwas nachzuschauen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, aber es muss schließlich alles stimmen und soll authentisch klingen.



Wie gehst Du vor? Planst Du Deinen Plot/Story/Szenen und Charaktere vorher?

Ich entwerfe ein Kurz-Exposé für den Verlag und ein Lang-Exposé für mich, in dem ich zusätzliche Ideen notiere. Aus der langen Version erstelle ich dann den Szenen-Aufbau. Die Charaktere skizziere ich nur kurz, denn ich lerne sie während des Schreibens erst noch genau kennen. Selbstverständlich habe ich schon am Anfang ein Bild von ihnen im Kopf, aber es konkretisiert sich noch – das ist ein Wechselspiel zwischen Figuren und Handlung, das eine beeinflusst das andere. Ich habe versucht, sie noch vor dem Schreiben auf dem Reißbrett en detail zu entwickeln und gemerkt, dass dieses Korsett mich zu stark einengt.



Wie hast Du das Schreiben gelernt?

Learning by doing und Schreibratgeber. Einmal besuchte ich einen VHS-Kurs. Der war so schlecht aufgebaut und geführt, dass ich später nicht mehr hinging. Das hat mich abgeschreckt, obwohl es sicherlich sehr gute Schreibseminare gibt. Mein Weg ist es nicht. Ich lese sehr viel und analysiere die Romane in einem. Außerdem tausche ich mich sehr oft mit Autorenfreunden aus, wir schauen auch gegenseitig über unsere Texte. Und last but not least bringen mir die Verlagslektorate sehr viel! Sie tun manchmal weh, aber durch sie habe ich die Möglichkeit, mich mit professioneller Hilfe weiterzuentwickeln.



Wo und wie findest Du Deine Ideen?

Ein Autor findet Inspiration in allem, was er hört und sieht, das Unterbewusstsein arbeitet ständig... und irgendwann formt sich ein Gedanke und man kann nicht genau sagen, woher die Idee kommt. Kreativität ist etwas Faszinierendes!



Welches Genre fällt Dir am Leichtesten zu schreiben? Welches macht Dir am meisten Spaß?

Spannungsromane allgemein. Ich lese liebendgerne spannende Bücher und schreibe deshalb auch selbst welche, egal ob das nun erotische Krimis oder paranormale Liebesgeschichten sind.  



Hängt Dein Herz an einem Deiner eigenen Romane? Warum?

Alphawolf“ war mir ein tiefes Bedürfnis zu schreiben. Ich hatte nicht wirklich den Held oder die Handlung im Kopf, sondern vielmehr ein bestimmtes Gefühl, das stark herausdrängte. Inzwischen ist „Alphavampir“ erschienen und der dritte Teil der Alpha-Reihe fertig, er wird im März 2011 im Ubooks Verlag herauskommen. Ich liebe die Alpha-Welt!

Aber auch meine erotischen Krimis, ob sie nun im Mira oder im Heyne Verlag veröffentlicht wurden, liegen mir am Herzen, denn ich mag geheimnisvolle Helden, starke Frauen, die dennoch hingebungsvoll sind, und Geschichten, bei denen man miträtseln und mitfiebern kann.



Hast Du Zeit für Hobbys?

Das Schreiben ist mein Hobby. ;) Na ja, eigentlich war es das einmal, um genau zu sein, aber es nimmt viel Raum und Zeit ein, deshalb bleibt nicht für andere Dinge. Es ist meine Leidenschaft und aktuelle Projekte beschäftigten mich oft den ganzen Tag lang, selbst wenn ich nicht mehr am Schreibtisch sitze. Ich lese gerne, das ist Teil meines Jobs, aber noch viel mehr Freizeitbeschäftigung, ich schnorchele, leider nur im Urlaub, gehe Wandern, denn draußen zu sein reißt mich aus dem Alltagstrott heraus. Viel Zeit bleibt ohnehin nicht.



Was tust Du, um den Kopf freizubekommen?

Ich gehe raus in die Natur, entweder um Spazieren oder Wandern zu gehen oder um Speedminton unter freiem Himmel zu spielen. Kurze Pausen nutze ich im Garten. Um Stress abzubauen, tut es gut, mich auf dem Crosstrainer auszupowern. Ich probiere auch gerne neue Rezepte aus, ob nun Gerichte, Brot oder Süßspeisen.



Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Leben von Sandra Henke aus?

Morgens lese ich erst einmal in Ruhe bei einer Tasse Kaffee, was es Neues im Internet gibt, beantworte E-Mails, schaue in mein Facebook-Profil, update meine Autorenhomepage www.SandraHenke.de und frühstücke. Da ich zusammen mit meiner Mutter meinen 98jährigen Großvater pflege, muss ich meinen Tagesplan danach richten. Zwischen der Pflege schreibe ich und erledige alles andere, was zum Job dazu gehört. Abends gegen 18 Uhr ist meistens Feierabend, manchmal aber eben auch nicht.



Du bist sehr produktiv. Kannst Du vom Schreiben leben?

Seit zwei Jahren lebe ich meinen Traum. Manchmal denke ich, das ist zu schön, um wahr zu sein, aber es bedeutet auch viel Disziplin und Schreibtischarbeit!



Was würdest Du einer Jungautorin raten? (Schreiberisch und im Umgang mit Verlagen.)

Kritik, die aus einer verlässlichen Quelle kommt, ernst zu nehmen und niemals aufzuhören, an sich zu arbeiten. Mir sind über die Jahre viele Autoren begegnet, die sich fragen, weshalb sie von Verlagen abgelehnt und ihre Bücher nicht gekauft werden oder sie von Lesern schlechte Rezensionen bekommen. Sicherlich gehört auch eine Portion Glück zum Erfolg dazu, aber mir fällt oft auf, dass sich die wenigsten fragen, ob sie vielleicht noch nicht gut genug sind. Sie erkennen nicht, woran ihr Text krankt, oder überarbeiten ihn nicht oder nicht genug, nicht einmal wenn sie auf Verbesserungsmöglichkeiten hingewiesen werden. Kritik tut weh, aber sie sollte als Chance betrachtet werden.

Außerdem rate ich zu versuchen, eine Literarische Agentur von sich zu überzeugen. Heutzutage dringt man als Autor selten zu den Lektoraten durch. Diese schauen sich auch lieber durch Agenten vorgeprüfte Manuskripte an, weil sie chronisch überbelastet sind.



Du hast zwei Romane (Anm. "Begierde des Blutes" und "Zähmung des Blutes") zusammen mit Kerstin Dirks geschrieben.  Wie kam es dazu? Seid ihr befreundet?

Es handelt sich bei den Condannato-Vampir-Romanen um eine Trilogie. ;-) Der dritte Teil heißt „Rebellion des Blutes“ und selbstverständlich war auch da Kerstin Dirks wieder meine liebe Co-Autorin. Wir kannten uns schon länger, hatten schon einen Sammelband mit mehr oder minder erotischen Horrorgeschichten zusammen verfasst und veröffentlicht. Dass das Experiment, einen Roman gemeinsam zu schreiben, so gut funktionieren würde, hätte ich nicht gedacht. Es war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, Kerstin eine angenehme Co-Autorin, und unsere Zusammenarbeit sehr fruchtbar.



Sind Deine Protagonisten/Romanfiguren reine Erfindung?

Ja, das sind sie. Manchmal stelle ich mir heimlich jemanden vor, der real existiert, egal ob ich nun privat oder nur aus Filmen oder aus der Musikbranche kenne, weil es mir dann leichter fällt, ihn/sie zu beschreiben, aber das bezieht sich nur auf die Nebenfiguren, die Protagonisten habe ich ohnehin sofort im Kopf. Aber ich kopiere keine echten Personen in meine Bücher!


Liebe Sandra, vielen Dank für das Interview!

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