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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Schwer bewaffnet mit Jenny Benkau auf der Autobahn

Hallo meine Lieben,

Bilder von Jennifer Benkaues wird Zeit für ein neues Interview.

Diesmal wagte ich mich an ein Meeting mit Jennifer Benkau, Autorin von  "Nybbas Träume" , "Nybbas Nächte 02: Schattendämonen"  und "Phoenixfluch" 




Und natürlich habe ich für ein gutes Interview Dinge gewagt, die jenseits von Gut und Böse liegen.

Wir trafen uns auf einem Autobahn-Rastplatz irgendwo in der Mitte Deutschlands.
Ich wunderte mich über diesen seltsamen Treffpunkt. Schließlich sind Autoabgase nicht unbedingt förderlich für die Hirnleistung.

Ein knallroter Ferrari bremste mit quietschenden Reifen neben mir.
Ich kollabierte beinahe vor Schreck.
Die Autotür wurde geöffnet und die elfengleiche Jenny blinzelte mich an.
"Schwing dich rein".
Nun ja, elegant und graziös in einen tiefergelegten Ferrari zu gleiten, erfordert doch mehr Übung, als ich sie besitze.
Ich hatte eben die Hosenträgergurte geschlossen, da gab Jenny auch schon Gas.
Meine nervösen Blicke auf den Rücksitz bemerkte sie zum Glück nicht.
Eine ganze Sammlung scharf blitzender Dolche, Messer und Schwerter lag dort.
Ich hoffte, Jenny liebte einfach nur das Betrachten der Waffen ... und nicht deren Benutzung ...


Interview:


Ivy:

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?



Jenny:   

 Ich gehöre zu denen, die schon als Kind geschrieben haben, mit dem Erwachsenwerden schlief meine Schreiblust allerdings ein. Irgendwann kam ich über Fanfiktion und Online-Harry-Potter-Übersetzungen wieder an die Schreibmaschine, bzw. den PC. Dass ich einen eigenen Roman schreiben muss, wurde mir dann - ganz klassisch – an dem Morgen klar, als ich mit einer Geschichte im Kopf aufwachte. Und einmal infiziert, wurde ich den Autorenvirus nicht mehr los.



Ivy:

Schreibst Du drauflos oder erstellst Du erst einmal ein genaues Handlungsschema, Plot, Pitch, Charakterprofile ....




Jenny: Früher habe ich drauflos geschrieben. Erstaunlicherweise ging das immer am Schluss auf, obwohl ich zwischendurch oft vollkommen ahnungslos war, wie ich die Welt noch retten sollte. Inzwischen möchten Agent und Verlage aber vorher einen Eindruck haben, was ich wohl abliefern werde. Ich schreibe also zumindest ein grobes Exposé und eine Figurenliste mit den wichtigsten Merkmalen. Ich halte mich allerdings nicht immer an meine Pläne – oft haben die Figuren spontan einfach viel bessere Ideen.



Nybbas Träume: Schattendämonen 01Ivy:

Arbeitest Du momentan wieder an einem Roman?


Jenny:

Aber natürlich. Immer :-)


Ivy:

Wenn ja, wovon handelt er?


Jenny:

 Ich schreibe gerade am dritten und finalen Teil der Schattendämonen-Trilogie. Der Titel – Nybbas Blut – verrät, worum es geht: Ich kämpfe tüchtig mit meinem Lieblingsdämon.

Parallel dazu führe ich die letzten Korrekturen an einer Dystopie für junge Erwachsene aus, die unter dem Titel „Dark Canopy“ im März im Verlag script5 erscheinen wird.



Ivy:

Hast Du einen Agenten?

Jenny:

 Ich werde von der Literaturagentur Thomas Schlück GmbH vertreten, ja.


Ivy:

Wenn ja, was ist der Vorteil von einer Agentur vertreten zu werden?



Jenny:

Ich würde so weit gehen, zu behaupten, dass es heute für neue, unbekannte Autoren kaum noch Alternativen gibt. Unverlangt eingesandte Manuskripte kommen bei den Verlagen in solchen Mengen an, dass es nahezu unmöglich ist, aus diesen noch herauszustechen. Der Agent macht eine Vorauswahl, kennt den Markt und die Lektoren, mit denen er zusammenarbeitet; er weiß, welches Manuskript wo eine Chance hat und welche Ideen eher schwer zu vermitteln wären. Zudem kümmert er sich um alles, wenn es mal ein Problem gibt. Ich würde auf meinen Agenten um keinen Preis verzichten wollen, weil er meine Titel auf eine Art einschätzen kann, die mir verwehrt bleibt: Er sieht sie weniger emotional behaftet sondern mit dem Blick auf die Verkäuflichkeit. Wenn man nicht nur schreiben sondern auch erfolgreich veröffentlichen will, ist das unerlässlich.



Ivy:

Du hast auch Familie. Wie und wann schreibst Du?



Jenny:

Ich nehme mir die Zeit, wo ich sie bekommen kann. Ideal wäre das Schreiben am Vormittag, wenn die Kinder in Schule und Kindergarten sind. Leider bin ich vormittags zu faul ;-) also muss ich damit leben, nicht „in Ruhe“ schreiben zu können, sondern im täglichen Tohuwabohu.



Ivy:

Hältst Du Lesungen?


Jenny:

Schrecklich gerne, wann immer sich die Möglichkeit bietet.


Ivy:

Schreibblockaden: Kennst Du das? Was ist Dein persönlicher Tipp dagegen?


Jenny:

Schreibblockaden kenne ich nicht – aber ich kenne das Faulsein sehr gut, Faulsein und ich sind sehr gute Freunde, wir treffen uns regelmäßig. Was hilft? Eine Weile Pause einlegen, etwas anderes machen, ein Buch lesen, Schrott im TV anschauen, die Deadline näher und näher kommen sehen … und sich irgendwann einfach überwinden. Ich weiß inzwischen, dass ich schnell sein kann, wenn ich muss, daher machen mir Besuche des Faulseins keine Angst mehr.



Ivy:

Hörst Du Musik beim Schreiben? Welche Musik hörst Du am Liebsten?



Jenny:

Das ist immer unterschiedlich, aber meist mag ich Musik beim Schreiben, vor allem aber beim Szenenplanen und Plotten sehr gerne. Ich habe zu jedem Roman einen eigenen Soundtrack. Am liebsten mag ich gefühlvolle, aber laute, rockige Musik. Indie- und Alternative-Rock, Punkrock, ein bisschen Grunge, ein bisschen Klassik, hin und wieder etwas Poppiges.



Ivy:

Womit entspannst Du Dich?


Jenny:

Mit Spaziergängen, Autofahrten (ich fahre schrecklich gerne Auto), Touren in den Kletterwald und schönen Büchern.



Ivy:

Du hast eine Leidenschaft für Schwerter, Dolche, Messer. Sammelst Du auch?


Jenny:

Leider nicht. Ich finde, stumpfe Klingen haben etwas Deprimierendes an sich, sie machen mich traurig. Wie Katzen ohne Krallen. Um scharfe Waffen herumliegen zu lassen, bin ich aber zu chaotisch; das würde mit meinen Kindern oder meinen Katzen sicher Unfälle geben.



Ivy:

Kannst Du vom Schreiben leben?


Jenny:

Ich versuche es immer mal wieder, aber hin und wieder muss ich Essen, Trinken oder Schlafen ;-)



Ivy:
Was liest Du selber? Hast Du einen Lieblingsautor?


Jenny:

 Ich lese quer durch die Bank alles, was mich neugierig macht, vor allem aber romantische Fantasy für Jugendliche und Erwachsene. Einen herausstechenden Lieblingsautor habe ich nicht. Wahnsinnig beeindruckt haben mich Ali Shaw („The Girl with Glass Feet“) und Andrew Davidson („Gargoyle“) – aber von beiden ist erst ein Buch am Markt, zu wenig, um sie als „Lieblingsautor“ zu bezeichnen. Ich habe allerdings ein Lieblingsbuch, und das ist „Der Märchenerzähler“ von Antonia Michaelis.


Ivy:

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Was ist das erste, auf das dein Blick fällt?


Jenny:

Chaos. Beim Greifen nach der Kaffetasse mit Inhalt (versteckt zwischen drei leeren) fasse ich in Krümel. Es ist ziemlich anspruchsvoll, diese davon abzuhalten, sich in den Ritzen der Tastatur anzusammeln.



Ivy:

Hast Du Testleser für deine Manuskripte?


Jenny:

Ja, und die sind wichtig, denn wenn ich mit einem Manuskript fertig bin, habe ich überhaupt keine Ahnung, ob das nun gelungen ist.


Ivy:
Wie gehst Du beim Schreiben am Manuskript vor? Schreibst Du den Rohentwurf und überarbeitest dann oder versuchst Du von Anfang an "verlagsreif" zu schreiben?


Jenny:

Eine Mischung aus beidem. Ich versuche wirklich, gleich lesbar zu schreiben, bestenfalls natürlich druckreif, aber natürlich wird das nie was. Das ist auch okay, die Überarbeitung ist enorm wichtig und ein Roman braucht diese zwingend, nicht nur stilistisch, sondern auch dramaturgisch, inhaltlich und .. ja, auch emotional muss man überarbeiten, wenn die Gefühle nicht nur den Autor, sondern auch den Leser erreichen sollen.


Ivy:
Welches Urlaubsland bevorzugst Du? Welches Land würdest Du gerne einmal bereisen?


 Jenny:

Mein Traum wäre eine Planwagenfahrt nebst Reitpferd durch Schottland oder Irland. Aber ich möchte auch unheimlich gerne mal nach Afrika und in näherer Zukunft endlich mal nach London. Ich bin leider bisher noch nicht wirklich viel zum Reisen gekommen, aber das folgt noch. Fernweh hab ich für zwei …



Ivy:
Eine böse Hexe verzaubert Dich. In welches Tier oder Wesen bist Du verwandelt?


Jenny:

Wenn sie wirklich böse wäre, würde ich vermutlich als Schmetterling oder als Nachtfalter enden: Ich fürchte mich vor diesen Viechern, finde sie weit grässlicher als Spinnen oder alles, was sonst als „eklig“ gilt. Von daher wäre ein Leben als Falter wohl eine wirklich üble Strafe für mich. Schlimmer wäre es vermutlich nur noch, einen Tag auszusehen wie ein berühmter Popstar; inklusive verrückten Fans und Paparazzi. Gruselig, oder? Da verkrieche ich mich lieber hinter meinem Bildschirm und lege mich mit keiner bösen Hexe an!


Liebe Jenny, vielen Dank für das lustige Interview! :-)

Nybbas Nächte: Schattendämonen 02Phoenixfluch




Kommentare:

  1. echt tolles interview, ich habe hier aber noch ungelesen phonenixfluch stehen,bin aber schon echt gespannt darauf,smile.,

    vlg misa

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  2. Sehr interessantes und lustiges Interview! Generell lese ich Interviews mit Jenny immer gerne.

    Aber: Frau Benkau ist doch nicht wahrhaftig mit einem Ferrari angebrettert gekommen, oder? :D

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  3. @ Anonym: Um der Wahrheit Genüge zu tun:
    Eigentlich ist sie mit einem Raumgleiter vorbeigeflogen. Aber die MIB hatten mich geblitzdingst und erst jetzt erinnere ich mich wieder langsam wie es tatsächlich war.... ;-)

    LG, Ivy

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  4. Ivy, so klasse! Jennys Interviewantworten und dein Einstieg! Tolles Interview. Aber das mit dem Ferrari würde ich Jenny glatt zutrauen. Wer so viele Kinder, Mann, Haushalt, Katzen mit Büchern schreiben (und dann noch gleich so viele im Jahr) unter einem Hut bekommt, dem traue ich auch einen Ferrari zu. :-)

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