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Samstag, 31. Dezember 2011

Budo, Federkiel und Wanderstock - mit Axel Gora unterwegs.

Produkt-InformationHallo meine Lieben,

wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, war ich auf meinem Weg zu Petra Schier eine Weile verschüttet, während ich darauf wartete gefunden zu werden, suchten mich Visionen diverser asiatischer Großmeister heim. Lao Tse zum Beispiel wedelte sehr aufdringlich mit folgendem Buch:

Als nächstes zerrte Kopernikus äußerst spöttisch mit den Augen rollend an meinem Ärmel und ermahnte mich, des "Duell der Astronomen" zu gedenken. Verflucht noch mal, ich hatte etwa zwei Tonnen Geröll über mir und sollte mich mit irgendwelchen Zweikämpfen und asiatischen Weisheiten auseinandersetzen?
Meine Halluzinationen waren auch schon mal besser!
Produkt-InformationJa, und da passierte es: Jackie Chan spazierte durch mein Gefängnis, das plötzlich die Größe einer mitteleuropäischen Kathedrale hatte, auch er redete auf mich ein. Da ich jedoch kein Chinesisch spreche, verstand ich kein Wort!
Ich kann nur vermuten, was er wollte, den er verbeugte sich und reichte mir ein Buch: "Die Versuchung des Elias Holl"


Während ich noch konfus auf das Buch starrte, beugte sich Jackie Chan vor und sagte: "Axel", und noch einmal: "Axel"
Ich war mir ziemlich sicher, daß er wollte, daß ich Kontakt zu Axel Gora aufnehme.
Charmant wie ich nun einmal bin - und weil Axel in Augsburg lebt - fast schon ein Nachbar von mir ist - konnte ich ihn in diesem Fall sogar real belästigen und verfolgen ;-) 

Erwähnte ich schon, daß ich charmant sein kann, wenn ich will? Axel gab nach und ließ sich interviewen :-)




Interviewfragen:
Deine Biographie liest sich interessant. Was bist Du? Buddhist, Budomeister, Autor, oder doch eher der Autor auf der Walz durchs Leben?
Ich bin kein konvertierter Buddhist. Als Freigeist bin ich Synergist und verknüpfe die Lehren.
Budômeister bin ich definitiv, denn es ist seit 22 Jahren mein Beruf. Autor bin ich ebenfalls; und da schließen sich wieder die Kreise: Eben Synergien schaffen.
Was die Walz im engsten Sinn des Wortes angeht – die ist lange her (1983-1986) und der Roman „Zehntausend Meilen“ liegt auch schon Jahre (1998) zurück. Im weitesten Sinne ist das Leben eine innere und äußere Wanderschaft, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.
Wie (und wann) hast Du zum Buddhismus gefunden?
Durch ein Buch des Zenmeisters Deshimaro Roshi, 1979. Ich war 16 und hatte schon seit sechs Jahren Budô praktiziert. Wenn man sich dann näher mit den Hintergründen von Budô (der Überbegriff für die japanischen Kampfkünste)
befasst, stößt man unweigerlich darauf. Ob man es dann praktiziert, ist eine ganz andere Geschichte.
Was reizt Dich am Buddhismus? Welche buddhistische Richtung ist Deine?
Ich neige zum Zen-Buddhismus, wobei eine Trennung in die drei Hauptrichtungen Hinayana, Mahayana, Vajrayana (Der Vajrayana zählt eigentlich zum Mahayana) für mich nicht so erheblich ist; auch hier schaffe ich Synergien.
Reizen tut mich – u. a. - das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit – es gibt keinen Gott, der für dich was tut oder sein lässt.
Bokken: Das hölzerne Schwert der SamuraiWas schreibst Du lieber: Sachbücher oder historische Romane?
Beides ist für mich interessant und herausfordernd, weil es zwei unterschiedliche Anforderungen sind. Bei Sachbüchern geht es wie der Name schon sagt – sachlich zu – da dominiert das Argumentative. Bei den historischen Romanen ist es die sprachliche Auseinandersetzung, verknüpft mit der Fiktion von Charakteren und der Geschichte. Das ganze sollte noch verbunden sein mit einer oder mehreren tiefergreifenden Botschaften und Werten – dann könnte daraus Literatur werden.



Wie lange brauchst Du von der Entwicklung einer Idee bis zum Vollenden des Manuskriptes?
Für die ersten Projekte habe ich ein bis zwei Jahre gebraucht. Mit der Zeit und zunehmender Erfahrung werde ich routinierter und schneller. Zudem weiß ich durch meinen Budô-Beruf meine Kräfte zu bündeln. Bei meinem aktuellen historischen Roman „Die Versuchung des Elias Holl“ sind von der Idee bis zum letzten Satz des über 400 Seiten starken Werks nur sechs Monate verstrichen. Das war aber ein Sonderfall, ich habe sieben Tage die Woche Szenen entwickelt, geschrieben und nebenbei recherchiert.
Wo schreibst Du?
Ich gehöre nicht zu den Autoren, die sich mit dem Laptop ins Café zum Schreiben setzen. Ich arbeite ausschließlich in meinem Arbeitszimmer, weil ich absolute Ruhe brauche.
Wie und wann recherchierst Du?
Die Recherche beginnt im Vorfeld und kann bis zum letzten Satz andauern. Bei der Recherche gibt es keine Geheimnisse, ich mache es wie jeder andere Autor: Sekundärliteratur, Internet, vor Ort, Vorträge und Gespräche/Hilfe mit/von Fachleuten, wobei ich beim Holl-Projekt von einer hiesigen ,Hochkaräterin‘, die ich angemailt habe, einen Korb bekommen habe.
Produkt-InformationKannst Du vom Schreiben leben?
Ich gehöre zu der Gruppe von Autoren, die zwar ein gutes Zubrot über ihre Bücher haben, davon aber nicht leben können, dazu kostet mich mein anderer Beruf zu viel (Versicherungen, Miete, etc. …). Es ist kurios, er kostet mich zwar eine Menge, ist aber doch mein Hauptstandbein. Das kann sich aber ändern … wir werden sehen, was die nächsten Jahre bringen.


Du bist Budomeister: Was bedeutet das genau? Hast Du den Meistergrad in verschiedenen Kampfkünsten?
Budô ist japanisch und bedeutet eigentlich „Der Weg (Dô) des Krieges (Bu), damit sind im engsten Sinn die alten japanischen Kampfkünste der Samurai gemeint, im weitesten Sinne, die asiatischen, was nicht ganz richtig ist – Thaiboxen zum Beispiel ist definitiv nicht Budô. Ich bin Meister (Danträger) in zwei Disziplinen und Großmeister in einer. Wer es genau wissen will, der kann es auf der Homepage meiner Schule sehen: www.budo-gym.de
Du bist Buddhist und Budomeister. Hast Du schon einmal daran gedacht, einen historischen Roman zu schreiben, der in Asien spielt?
Produkt-InformationIch habe mit „Shi Shin – Das Buch der vier Herzen: Niederschriften eines freigeistigen Samurai aus dem 17. Jahrhundert“ unter meinem alter egoYamamoto Magune eine Synthese von historisch und Fiktion in Form eines Sachbuches erstellt. Mit dem letzten Sachbuch „Jiu-Jitsu leben – Die Sanfte Kunst im Alltag“ habe ich für mich das Thema Budô aus traditioneller japanischer Sicht abgeschlossen und für eine europäische Ausrichtung plädiert.
Einen historischen Roman, der in Asien spielt, zu schreiben, reizt mich nicht. Das ist mir alles zu weit weg, damit meine ich nicht die räumliche Distanz, sondern die Mentalität. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Chinese, der mit Deutschland eigentlich nichts am Hut hat, einen Roman in Deutschland spielen lässt; das ist zwangsläufig sehr fehlerhaft. Mich interessiert mehr das hiesige, weil hier meine Wurzeln sitzen und ich hier lebe.
Was und wie viel liest Du?
Dafür, dass ich selbst schreibe, bin ich ein sehr schlechter Leser; ich besitze nur circa zweihundert Bücher, und von denen verschenke ich immer wieder welche. Das notgedrungene Lesen von meist sehr trockener Sekundärliteratur für die historischen Projekte, raubt mir die Zeit und die Lust für Belletristik. Einmal im Monat fahre ich mit dem Auto eine längere Strecke, dann höre ich Hörbücher. Das letzte war ein Geschenk von Freunden: Friedrich Dürrenmatt: „Der Richter und sein Henker“.
Hörst Du Musik beim Schreiben?
Wie gesagt: Ich brauche absolute Ruhe.
Dein neuster Roman handelt von Elias Holl. Warum sollte man sich Deinen Roman kaufen (und lesen)? *g*
„Die Versuchung des Elias Holl“ ist nach „Das Duell der Astronomen“ das zweite Buch meiner Renaissance-Trilogie (vielleicht wird es eine Tetralogie; eine gute Idee habe ich noch …).
Es ist ein Künstler- und Liebesroman. Der Augsburger Baumeister Elias Holl, der ja für seine Epoche als Architekt wirklich eine Größe war, bekommt durch diesen Roman ein Gesicht als Künstler, wie man es so bestimmt noch nicht von ihm gelesen hat. Er muss sich gegen seinen Widersacher, den Freskenmaler Matthias Kager (auch eine historische Person) durchsetzen, und die Begegnung mit dem Mädchen Lia (fiktiv) droht sein Leben massiv zu verändern. „Die Versuchung des Elias Holl“ ist nicht nur vom Volumen eine Steigerung des ersten Werks, es ist literarischer und geht mehr in die Tiefe. Mehr wird aber nicht verraten. – ab März gibt es ihn zu lesen.
Produkt-InformationDu darfst wählen: Eine Lesung halten oder in der Einsamkeit festsitzen, bis Du einen Roman geschrieben hast. Was wählst Du?
Da liegen ja Welten dazwischen; das eine ist eine Angelegenheit von ein bis zwei Stunden (wobei ja noch die Vorbereitung hinzukommt), das andere geht über Monate. Ich liebe zwar die Ruhe – als Kontrast zum sehr lebhaften Sportschulbetrieb – aber dann würde ich die Lesung wohl doch vorziehen und den Roman wie bisher in temporärer Abgeschiedenheit verfassen.

Lieber Axel, vielen Dank für das tolle Interview!

Freitag, 23. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten!

Hallo meine Lieben,

an dieser Stelle möchte ich mich verabschieden.
Nein, nicht für immer ;-)
Nur für die Feiertage!

Ich wünsche euch allen fröhliche besinnliche Weihnachten, schöne Feiertage, eine tolle Zeit mit all eure Lieben, Plätzchen, Punsch und Festbraten ohne Verbleib auf den Hüften und viel Zeit zum Lesen, Lachen und Lieben!



Bis bald, macht es gut! Eure Ivy

Seiten-Zähl-Challenge 2012

Hallo meine Lieben,




Bella von Bella´s Wonderworld hat auf Facebook zu einer witzigen Challenge geladen:

Die Teilnehmer stecken sich bis zum 31.12.2012 das Ziel einer bestimmten Anzahl von SEITEN, die gelesen und rezensiert werden müssen.

Da ich zwar eine anerkannte Bücherfresserin bin = Mittwoch mit der "Anwaltshure 4" von Helen Carter angefangen, gestern abend fertig geworden ;-) - alltags-, berufsbedingt aber nicht unbedingt wirklich VIEL lese neuerdings, habe ich mir das Ziel von

10.000 Seiten

gesetzt.
Ich denke mal MEHR zu lesen und zu rezensieren ist erlaubt ;-)

Ich freue mich, mal bei so was (irr-)witzigem mitzumachen. Das ist genau mein Ding!
Außerdem hilft es, mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) zu reduzieren!

Bitte schaut auf die rechte Seite meines Blogs: Dort gibt es eigens eine Seite zum Thema: Ivy Pauls Seiten-Zähl-Challenge 2012 (powered by Bellas Wonderworld)

Liebe Grüße, Ivy

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Ein Weihnachtsgeschenk für Fans, Gönner, Interessierte und Neider

Hallo meine Lieben,

rechtzeitig zum Fest der Liebe hat mich das dringende Bedürfnis überrollt, euch auch nächstes Jahr mit Lesungen von mir zu beglücken.

So verkünde ich mit großer Freude, daß ich am

23. Februar 2012 ab 20.00 Uhr
im

Heiliggeiststrasse 6
80331 München
Telefon:+49(0)89/21 99 48 70
Fax:+49(0)89/22 40 17
E-Mail : sr@restaurant-ludwigs.de
eine erotische Lesung abhalten werde:

Erotisches und Sinnliches rund um die schönste Sache der Welt.
Ivy Paul entführt euch mit charmanten Plaudereien in die Welt der Lüste und liest aus ihren aktuellen Romanen "Ghost Lover" und "Tigerlilie".

Passend dazu wird es die Möglichkeit geben, ab 19.00 Uhr ein ausgewähltes Menü aus der hervorragenden Küche des Ludwigs zu genießen. (Menü und Preise folgen ...)

Ich freue mich über Euer zahlreiches Erscheinen! Zückt die Terminkalender und kreuzt euch den 23.2. dick und rot an.

Liebe Grüße, Eure Ivy





Freitag, 16. Dezember 2011

16.12., 10.00 Uhr: Erotic Morning Lounge: Rena Larf liest .....

Hallo ihr Lieben,

so, und noch etwas: heute moren um 10.00 Uhr liest Rena Larf aus meinem "Ghost Lover" *freu*
Bin schon ganz gespannt, neugierung und happy!

Liebe Grüße, Ivy

Ein kurzes Interview mit mir auf "AusZeit-Magazin"

Hallo ihr Lieben,

kürzlich hatte ich das Vergnügen durch meine liebe Kollegin Eva Leitold interviewt zu werden:

Interview auf "AusZeit"-Magazin

Der Blog ist übrigens ein optischer Hingucker :-) Wunderschön!

Liebe Grüße, eure Ivy

Sonntag, 4. Dezember 2011

Es lebe das Laster! Mit Petra Schier auf den Spuren der Faulheit :-)

Wie schon so viele Male zuvor, scheute ich auch diesmal weder Zeit noch Mühen um für meine Blog-Besucher/innen ein neues, faszinierendes Interview zu beschaffen.
Doch - wie immer wieder zwischen den Zeilen zu lesen ist - bin ich nicht die beste Sportlerin. So kam es, wie es, wie es kommen sollte: Beim Versuch das Mittelgebirge sprich die Eifel zu überwinden, geriet ich in eine Gerölllawine und wurde verschüttet.
Fast vier Wochen mußte ich ausharren, ehe überhaupt jemandem auffiel, daß ich verschwunden war!
Ich äußere mich hierzu nicht, werfe nur einen vielsagenden Blick in die Runde, weil niemand bemerkte, daß meine Wenigkeit weder zum Essen, noch zum Schlafen anwesend war.
Zurück zu meiner Rettung:
Irgendwann - ich hatte mittels meditativer Techniken diverse buddhistische, hinduistische und historische Persönlichkeiten getroffen - hörte ich ein Scharren.
Dann ein Kläffen und ich wurde gerettet. Mein persönlicher Dank gilt diesem netten Burschen:
Weihnachtshund2011hp

Außerdem durfte ich eine Weile die Pflege und Fürsorge  genießen

und reiste anschließend mit

 zu deren Schöpferin Petra Schier. (Besucht ihre Seite! Wirklich schön und informativ!)

Und natürlich war ich wieder neugierig wie Adelina, als ich eine (Mit-)Autorin traf :-)

   SU_978-3-499-25437-6_E5hp




Interview:

Deine Veröffentlichungen sind beachtlich. Respekt , kannst Du vom Schreiben leben?



Es hat eine gute Weile gedauert und auf großen Fuß kann ich mich (noch) nicht bewegen, aber: Ja, mittlerweile könnte ich als Einzelperson vom Schreiben leben. Allerdings bin ich ja verheiratet und somit haben wir glücklicherweise zwei einkommen in der Familie.



Wie bist Du zum Schreiben gekommen?



Die Standardfrage. ;-) Ich habe schon immer geschrieben, begonnen hat es, als ich zum elften Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekam. Seither habe ich mich an allen möglichen Textformen versucht, und herausgefunden, dass mir der Roman am besten liegt, wohingegen ich Kurzgeschichten gar nicht mehr schreibe, wohl, weil ich sie auch nicht gerne lese.



Hat es lange gedauert, bis Du veröffentlicht wurdest?


Von dem Zeitpunkt an, zu dem ich meinen ersten Roman fertiggestellt hatte, bis zu meiner ersten Veröffentlichung vergingen acht Jahre. Harte Jahre, in denen ich mich überwiegend mit Deutsch- und Englisch-Nachhilfe über Wasser gehalten habe, um meine Miete und das Essen auf meinem Teller zu verdienen.



SU_978-3-499-25901-2_E4hp Du bist auch Lektorin. Bist Du mehr Lektorin oder eher Autorin?



Eindeutig mehr Autorin.

Zum Lektorat kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Eines Tages rief mich ein mir damals noch völlig unbekannter Verleger eines kleinen Verlages in der Eifel an und fragte, ob ich Interesse hätte, für ihn zu lektorieren. Er hatte meine Autorenseite im Internet entdeckt und fand die dortigen Leseproben so gut, dass er Kontakt aufgenommen hat.

Anfangs habe ich sehr viel lektoriert: Kinderbücher, Sachbücher für den Verlag aber auch Manuskripte und z. B. Magisterarbeiten für Privatpersonen. Mittlerweile schreibe ich jedoch drei bis vier Bücher pro Jahr, was bedeutet, dass mir für das Lektorat kaum noch Zeit bleibt. Für Privatpersonen arbeite ich deshalb gar nicht mehr und für besagten Verlag betreue ich nur noch eine bestimmte Sparte Sachbücher; ein oder zwei Bücher pro Jahr, mehr nicht.



Sind historische Romane eine Herausforderung? (Für Dich als Autorin.)



Jedes Buch, gleich welchen Genres, ist eine Herausforderung and den Autor, seine Leser zu packen und bestenfalls bis zur letzten Seite nicht mehr loszulassen. Aber natürlich sind gerade historische Romane recht aufwendig zu schreiben, da immer eine sehr umfangreiche Recherche vorangeht.

Das Schreiben eines Romans kann anstrengend, hin und wieder sogar richtig schmerzhaft sein, je nachdem, welches Thema man sich aussucht. Auch können mich meine Figuren und ihre Entwicklung sehr stark beanspruchen und fordern.

Schreiben ist zu einem sehr großen Teil ein Handwerk, jedoch merken die Leser, wenn so richtig viel Herzblut in eine Geschichte eingeflossen ist. Und um Herzblut zu vergießen, braucht es eben auch eine große (psychische) Kraftanstrengung.



Standest Du schon einmal vor dem Problem, etwas nicht recherchieren zu können?



Ja, natürlich. In der Historie gibt es immer wieder dunkle Flecken, die man auch mit größter Sorgfalt und Anstrengung nicht erhellen kann. In solchen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder man greift auf Informationen zurück, die zu einem anderen Objekt gehören, aber ähnlich sind, oder man bemüht die künstlerische Freiheit.



Bei meinem Roman „Die Eifelgräfin“ hatte dich dieses Problem, da das Buch auch einer Burg in der Eifel spielt, über die es im Grunde nur zwei, drei verlässliche Quellen bzw. Studien gibt. Hier konnte ich mich größtenteils mit Informationen zu ähnlichen Burgen während der gleichen Epoche behelfen. Aber einige Details waren einfach nicht herauszufinden, also habe ich diese durch meine Fantasie ersetzt.

Was ich allerdings niemals tun würde, ist, belegte historische Ereignisse für meine Romane zu verändern oder gar zu verlegen. Damit würde ich ja die Historie an sich verändern, und das fällt mir ja gar nicht ein. Entweder meine Geschichte passt in den historischen Hintergrund oder ich suche mir einen anderen.



Wie wichtig ist akkurate Recherche? Verzeihen die Leser kleinere Fehler?



Mag sein, dass kleinere Fehler verziehen werden, und kein Autor ist vor ihnen gefeit. Auch mir sind sie schon unterlaufen. Doch grundsätzlich halte ich akkurate Recherche gerade bei historischen Romanen für unerlässlich. Die Leser erwarten neben einer spannenden Handlung auch, etwas über eine bestimmte Epoche und ihre Menschen zu lernen. Somit habe ich gewissermaßen einen Lehrauftrag, den ich ernst nehme.

Auch kennen sich sehr viele Leser mittlerweile hervorragend in ihrer Lieblingsepoche aus. Wenn ich mir da Fehler leiste, verärgere ich die Menschen, die für meine Arbeit am wichtigsten sind: eben die Leser. Und nichts liegt mir ferner.



Hast Du eine Lieblingsprotagonistin / einen Lieblingsprotagonisten?



Nicht wirklich. Sagen wir es lieber so: Die Protagonisten, über die ich gerade schreibe, sind mir die liebsten und manchmal gleichzeitig auch die verhasstesten, wenn sie sich mal wieder so ganz anders verhalten und/oder entwickeln, als ich dachte.



Wie gehst Du beim Schreiben vor?



Sobald eine Idee in meinem Kopf so weit gediehen ist, dass sie sich zu einem Roman eignet, schreibe ich alles, was mir dazu einfällt, auf eine Kladde, mache Cluster und Pfeildiagramme, um die Beziehungen der Personen zueinander in den Griff zu bekommen. Dann schreibe ich ein Exposé, zunächst für mich, dann für den Verlag. In diesem ist die gesamte Geschichte auf drei bis fünf Seiten zusammengefasst, inklusive Schluss. Aufgrund dieses Exposés kann mein Agent den Roman einem Verlag anbieten. Für mich ist dies der rote Faden der Geschichte, das grobe Gerüst, aus dem ich die Geschichte dann entwickele und schreibe. Dabei kann es immer passieren, dass sich Details und Figuren verändern. Das Schreiben ist kein statischer Prozess und ich bin zu 50 Prozent eine Planschreiberin und zu 50 Prozent eine Bauchschreiberin. Das heißt, ich plane schon recht ausführlich, lasse der Geschichte und den Figuren aber auch viel Raum, sich während des Schreibprozesses zu entwickeln, manchmal in durchaus überraschende Richtungen.

Außerdem schreibe ich immer sehr „auf den Punkt“. Das heißt, ich arbeite so, dass ich nur ein Minimum an Überarbeitung zu machen habe. Ich gebe nämlich ehrlich zu: Ich hasse das Überarbeiten. Ich bin einfach zu ungeduldig dazu.



Wann und wie viel schreibst Du?



Ich schreibe, wenn es gut läuft, vormittags, und zwar an fünf Tagen die Woche, jeweils ca. sieben Seiten pro Tag. Ab besagten guten Tagen brauche ich dazu weniger als drei Stunden, an mittleren Tagen ca. 4 Stunden und an schlechten Tagen sitze ich noch am Abend daran. Aber ich höre nicht eher auf, bis ich mein Tagespensum im Kasten habe.



Wo schreibst Du am Liebsten?



An meinem Schreibtisch/PC in meinem Arbeitszimmer.

Wenn ich krank bin oder unterwegs, arbeite ich auch schon mal am Laptop, aber die gewohnte Umgebung meines Arbeitszimmers funktioniert für mich einfach am besten.



Welche Bücher / Autoren/innen liest Du selber bevorzugt?



Das wechselt schon mal, aber meine All-Time-Favourites sind Jane Austen und Nora Roberts.



Hast Du einen Geheimtipp gegen Schreibblockaden?



Es wäre schön, wenn ich einen hätte. Ich kenne Schreibblockaden und mir hilft meistens, sie einfach auszusitzen. Sprich: Ich akzeptiere, dass ich gerade eine Blockade habe, und befasse mich für eine Weile mit etwas vollkommen Anderem: meinem Hund, dem Garten, backen, themenfremd lesen oder auch mal einfach eine DVD in den Player und auf der Couch abhängen. Ich weiß, dass ich während einer Blockade nichts erzwingen kann (das würde es nur noch schlimmer machen). Deshalb gebe ich mir in solchen Fällen einfach ein wenig Zeit. Das kann ein Tag sein, eine Woche oder schlimmstenfalls auch länger. Aber ich weiß, dass sich die Blockade früher oder später wieder löst, manchmal durch einen einfachen Auslöser, während ich etwas anderes tue. Nur wenn es wirklich länger dauert (mehr als vier Wochen gab es aber bei mir noch nie), muss ich natürlich meinen Verlag darüber informieren. Zum Glück habe ich eine sehr verständnisvolle Lektorin, die auch immer bereit ist, in solchen Fällen mit mir zu sprechen und mir zu helfen, die Blockade zu überwinden.



Was ist dein größtes Laster? Gibt es eines?

O ja: die Faulheit.

Das mag jetzt vielen meiner Leser (und auch Kollegen) sehr merkwürdig anmuten, denn man kennt mich überall nur als sehr fleißig und überall präsent und hoch motiviert. Aber ich habe wirklich einen Hang zum süßen Nichtstun und muss mich oft wirklich an die Kandare nehmen. All mein Fleiß und meine Disziplin sind hart antrainiert, denn interessanterweise geht bei mir mit dem Laster Faulheit auch noch die (wie ich finde) Tugend Ehrgeiz einher.



Hörst Du Musik beim Schreiben?



Ja, manchmal, das kommt auf den Roman an. Da ich z. B. meine Weihnachtsromane meist zwischen Ostern und Pfingsten schreibe, kann es schon mal sein, dass ich mich mit Weihnachtsmusik in die passende Stimmung bringen muss. Auch zu manchen historischen Romanen höre ich passende, z. B. mittelalterliche Musik. Das kann den Schreibprozess antreiben, funktioniert aber nicht bei jedem Buch gleich gut und ich muss es immer erst austesten.



Du gibst auch Lesungen. Planst und organisierst Du die selber?



Nein, ich habe eine Lesungsagentin, die mir Planung und Organisation abnimmt. Andernfalls würde ich weit weniger lesen können, und das wäre schade, denn ich halte liebend gerne Lesungen. Veranstalter-Akquise, Planung und Organisation nehmen enorm viel Zeit in Anspruch, die ich lieber in mein nächstes Buch stecke.



Würdest Du Autoren raten, Lesungen abzuhalten?



Ja, wenn sie lesen können und keine Angst vor dem Kontakt zum Publikum haben.

Schier_24861-0hpEs ist tatsächlich so, dass es enorm viele (auch sehr bekannte) Autoren gibt, die nicht gut vorlesen können. Man kann das lernen, aber viele machen sich entweder nicht die Mühe oder machen sich vielleicht auch gar keine Gedanken darüber. Lesen ist – ebenso wie das Schreiben – eine Kunst und ein Handwerk zugleich. Und wenn man es nicht kann (und auch nicht lernen will), bleibt ggf. noch die Möglichkeit, z. B. einen Schauspieler zu engagieren, der auf der Lesung vorliest, uns selbst eben nur für Fragen und zum Signieren dabei zu sein.

Auch wenn man von Natur aus sehr introvertiert ist, sollte man sich überlegen, ob man Lesungen machen will oder sich vielleicht nur (z. B. vom Verlag) dazu genötigt fühlt. Es kann sehr viel Spaß machen, mit den Lesern in Kontakt zu kommen, sich mit ihnen auszutauschen. Aber wenn man menschenscheu ist, kann das Ganze auch nach hinten losgehen.

Hier muss ein Autor ganz einfach ehrlich zu sich selbst sein und entscheiden.



Falls ja, gibt es Fehler, die man vermeiden sollte? (Abgesehen von denen, die Du auf Deiner Homepage angesprochen hast  .)



Ich denke, wer sich die Tipps aus meinem Essay „Lesungen – Lust oder Frust“ auf meiner Homepage zu herzen nimmt, steht weitgehend auf der sicheren Seite. Vielleicht sollte ich noch anfügen, dass man, auch wenn man statt der vielleicht erwarteten 50 Personen nur 5 vorfindet, sich seine Enttäuschung niemals anmerken lassen darf. Auch für fünf (oder gar nur drei) Zuhörer bemühe ich mich um das beste Leseprogramm, dass ich an diesem Abend bieten kann.



Was ist das Skurrilste, das Dir in Deiner Autoren-Laufbahn bislang passiert ist?

Schier_499_25486_4hpGanz ehrlich: Dazu fällt mir gar nichts ein. So viele skurrile Dinge sind mir bisher noch nicht passiert, sieht man vielleicht mal von einer Lesung ab, die in einem Bistro bei laufendem Betrieb und direkt gegenüber der offenen Küchentür stattfand. Oder dem Veranstalter, der mich, trotzt vorheriger Terminrücksprache per Email, zu einem falschen Datum einlud, sodass ich vor verschlossenen Türen stand und dann zwei Tage später noch einmal wiederkommen musste.


Liebe Petra, vielen, vielen Dank für dieses schöne, ausführliche Interview! :-)


Liebe Ivy,

ich bedanke mich ganz herzlich dafür, dass ich dieses Interview für deinen Blog geben durfte, und wünsche dir und deinen Blogbesuchern eine wunderschöne (Lese-)Zeit und alles erdenklich Gute!

Herzlichst

Petra Schier


Meine Homepage: www.petra-schier.de

Petra Schier bei Facebook: www.facebook.com/PetraSchier