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Freitag, 16. März 2012

Kat Marcuse und ein verirrter Engel

Das schöne an Halluzinationen ist: Sie sind individuell. Und jedes mal anders. 

Ich hing gerade auf Wolke 7 herum, als ein Engel heranschwebte. Einer von der SM-Sorte: Schwarze Lederflügel, rote Lackcorsage und  schwarzer String.
Ich blinzelte überrascht. Das Gesicht kam mir bekannt vor.
"Kenne ich dich?"
"Möglich", erwiderte der SM-Engel frech.
"Aber woher?"
"Mensch", sie hörte sich reichlich genervt an.

"Kommst du nicht drauf?"
Nö, würde ich sonst fragen? Ich war geneigt davon zu schweben. Hinein in meinen Traum aus Glitter und rosafarbener Zuckerwatte.
Sie stupste mich versöhnlich an. "Ich bin Isabella", erklärte sie.
"Isabella? Welche Isabella?"
"Deine Muse" sagte sie, als hätte sie es mit einem Kind zu tun. "Wieso heißt meine Muse ´Isabella`?"
Isabella, der Musen-SM-Engel schlug die Hände vor´s Gesicht und schüttelte den Kopf. "Kat, du hast doch schon immer geplant, einen erotischen Roman zu schreiben..."
Ich unterbrach sie: "Zum einen, würde eine meiner Musen eher mit männlichem Erscheinungsbild auftanzen, dann heiße ich nicht Kat und ich schreibe schon zum wiederholten Mal an einem erotischen Roman: Tigerlilie, Ghost Lover, klingelt was bei dir?"
Sie starrte mich verdutzt durch ihre gespreizten Finger hindurch an. "Wie? Du bist nicht Kat Marcuse?"
Ich schüttelte den Kopf und reichte ihr meine Hand: "Ivy Paul, nicht erfreut in meinen Halluzinationen gestört zu werden."
Isabella fluchte - ja, manchmal löse ich diese Reaktion bei Musen aus.
"Ich habe mich in der Adresse geirrt!" heulte sie auf.
"Wo mußt denn hin?" Ich war nun doch neugierig. Eine Mit-Autorin mit SM-Engel-Muse mußt ich unbedingt kennenlernen!
"Zu Kat Marcuse! Ohne mich schreibt sie nie "Isabellas Unterwerfung"" sprach der SM-Engel und war verschwunden.
Tja, und ich hing hier fest - wo doch dort draußen eine neue Autorin auf ein Interview mit mir wartete ....

Interview:


Ist Kat Marcuse Dein richtiger Name?

Ja und nein. Zu diesem Namen habe ich eine starke emotionale Bindung. Kat ist die Abkürzung meines Vornamens und Marcuse mein Geburtsname. Ich hoffe, diesmal bleibt er länger, als drei Jahre.

Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Roman gekommen?

Ich habe selbst viele erotische Bücher gelesen und mich immer geärgert, wenn eine großartige Szene aufgebaut wurde, und dann lagen sie nur beieinander. Da kann man doch viel mehr draus machen. Und das habe ich dann einfach getan.

Seit wann schreibst Du?

Das weiß ich genau: Seit August 2010. Da hatte ich eine Knieoperation und habe mich zu tote gelangweilt. Meinen Büchervorrat hatte ich nach zwei Wochen weg gelesen und das Fernsehprogramm ist seit Jahren nicht mehr wirklich fesselnd. Isabellas Geschichte spukte mir schon seit Wochen im Kopf rum und ließ mir keine Ruhe. Manchmal sind OPs auch was Gutes. In finde in allem was gutes, meistens.

Ist Isabelles Unterwerfung Dein erster Roman?

Ja! Isabellas Unterwerfung ist der Erste von hoffentlich vielen. Ich arbeite daran!

Liest Du viel?

Leider komme ich durch mein eigenes Schreiben viel weniger zum Lesen, als ich es gern möchte. Momentan lese ich Mitternachtsspuren von Linda Mignani. Früher hätte ich dafür 3 Tage gebraucht, wenn überhaupt. Jetzt habe ich es schon eine Woche und bin erst in der Mitte. Ich gelobe Besserung!

Hast Du Lieblingsautoren/-innen?

J.R.R. Ward, ganz klar. Linda Mignani, Nina Jansen, Jutta Ahrens, Eileen Wilks, Kathryn Smith und damit die Männer nicht vernachlässigt werden, Nicholas Sparks.

Was tust Du, um Dich zu entspannen?

Ich gehe regelmäßig zum Sport. Im Sommer liebe ich es, im Garten rumzubuddeln. Sehr zum Leidwesen meines Mannes, liebe ich es, umzugestalten. Ansonsten ist mein Leben generell sehr entspannt. Ich mache mir nur selten Stress, und wenn doch, dann nutze ich es, um mich aufzuregen. Das kann ich ganz fantastisch.

Hast Du Hobbys?

Das Schreiben ist mein größtes Hobby. Lesen und stundenlang DVD-Staffeln gucken, quetsche ich ab und zu dazwischen.

Was sagt Dein Umfeld zu Deiner Schreibtätigkeit und Deiner Veröffentlichung?

Mein Mann und mein Papa sind unglaublich stolz auf mich. Ansonsten sagen sie eigentlich wenig bis gar nichts dazu. Die meisten können mit dem Thema nichts anfangen. Schlechte Erfahrungen habe ich aber zum Glück noch nicht gemacht. Der Kontakt über Facebook hat mich sehr überrascht und hilft mir durch Krisen und Zweifel. Danke, an dieser Stelle. Und das Sahnehäubchen ist eine unglaubliche Freundschaft, die sich daraus ergeben hat.

Erotikautorinnen machen immer, was sie beschreiben *lol* Wie gehst Du mit solchen Fragen um?

*süffisant grins* Ob diese Frage auch schon Cody McFadyen gestellt wurde oder gar dem Schreiber von SAW?
Glaubst Du, dass Erotik-Romane eher von Frauen oder von Männern gelesen werden?

Überraschender Weise habe ich festgestellt, dass es in meinem Bekanntenkreis eher die Männer sind, die sie lesen. Prinzipiell glaube ich, dass sich das die Waage hält. Wenn ein Buch gut ist, spielt dann das Geschlecht des Lesers eine Rolle? *lach*

Hast Du schon ein neues Projekt in Planung?

Ich habe im vergangenen Jahr 7 Skripte geschrieben. Wenn es nach mir geht, würde dieses Jahr der 2. und 3. Teil nach Isabellas Unterwerfung rauskommen. Zurzeit schreibe ich am 2. Teil einer Trilogie, die eigentlich keine werden sollte. Komischer Weise verlieben sich die Protagonistinnen aber immer in den Freund meines eigentlichen Hauptdarstellers. Ich hoffe, beim 3. Teil bekommt er endlich seine Traumfrau, sonst muss ich unendlich weiterschreiben. *lach*

Wie sieht Dein Alltag aus? Deine Schreibroutine?

Mein Alltag beginnt mit Musik um 4:30 Uhr. Dafür habe ich bereits um 15:00 Uhr Feierabend. Dann geht es zum Sport, anschließend lecker Essen kochen und dann nichts wie ran an den Computer, meine Tagträume aufschreiben.

Was ist das lustigste/skurrilste, außergewöhnlichste, das Dir im Zuge der Schreiberei bzw. Deiner Veröffentlichung bisher passierte?

Das Lustigste beschere ich mir selbst. Das sind meine Rechtschreibfehler. Der heiße Stift zum Beispiel. Wenn man Hot Pen statt Hot Pants schreibt, kann man sich schon mal auf dem Boden kullern vor Lachen. Das Skurrilste sind für mich die Skripte, die sich verselbständigen. Ich habe lernen müssen, sie laufen zu lassen. In eine bestimmte Richtung drängen funktioniert bei mir nicht. Und eine Veröffentlichung ist wahnsinnig aufregend. Da hat man schon Angst und Zweifel, und dann kommt die erste positive Rezi und man bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Peitsche oder Gerte? Worin liegen die Unterschiede/Vorteile?

*ganz breites Grinsen* Eine Gentlefrau genießt und schweigt.

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