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Sonntag, 29. April 2012

Ein Ü-Ei oder: Ein Interview mit Isadorra Ewans - Ana Riba - Sara Bellford - Frau Klein

Wie sagte schon Pandora, ehe sie die berüchtigte Box öffnete?
Das Leben ist voller kleiner Überraschungen.

So ging es mir, als ich Eukalyptusbonbons lutschend vor dem Zoogehege der Koalas stand. Ich hasse diese kleinen Biester, grau und pelzig. Mit schwarzen Kulleraugen lullen sie dich ein, um dann die Mäuler zu öffnen und den Hauch des Todes zu verbreiten: Eukalyptusgeruch.
Ich hasse Eukalyptus. Vor allem wenn ich selbst danach rieche. Selbstverständlich nie freiwillig. Mein Nemesis ist stets Schnupfen, Husten, Heiserkeit.
DER Schnupfen. DER Husten. DIE Heiserkeit. Nicht dieses kleine Röcheln und Hüsteln, sondern die Titanin der Erkältungen. Big Mama der Grippeviren.
Nur diese Variante treibt mich Eukalyptus in die Arme. Mit Todesverachtung nutze ich das stinkende Zeug um Big Mama zu verjagen. Und weil mich das wiederum bösartig macht, gehe ich in diesen Zeiten bevorzugt in den Zoo und foltere Koalas, indem ich lasziv Eukalyptus vor ihrem Gehege lutsche.

So auch dieses Wochenende.
Ich stehe also nichtsahnend vor dem Käfig und schmatze vor mich hin, als mir eine lachende Frau auffällt. Sie guckte mich so komisch an. Langsam wurde mir unheimlich.
WER war die Frau? Sie schien nett zu sein. Aber Ted Bundy wirkte auch harmlos.
Während ich noch überlegte, was zu tun war, kam sie zu mir herüber. (Und sie sah mich immer noch seltsam an.)
Ich nickte ihr zu.
"Du erkennst mich nicht, was?", meinte sie grinsend, als ob sie wußte, daß ich mir im Geiste schon ausmalte, welche Bondage-Varianten sie an mir ausprobieren würde, ehe sie mich zu Hackfleisch verarbeitete.
Meine Stimme war durch die Erkältung lädiert, eine klangliche Mischung wie Joe Cocker und der hellste Sopran, also zuckte ich die Schultern.
"Ich bin Ana Riba", erklärte sie und ihr Lachen wurde breiter.
Ich blinzelte, dann fiel der Groschen. "Isadorra Ewans!"
"Und Sara Bellford", fügte sie hinzu.
"Frau Klein", konterte ich. Wir lachten.

... sie hat mich dann weder gefesselt, noch zu Hack verarbeitet. Aber ein Interview hat sie mir gegeben :-)



Interview:



Du schreibst unter verschiedenen Pseudonymen. Warum?



ChefsacheWeil ich unterschiedliches Publikum erreichen möchte. Zum einen ist da die „Sara Bellford“, bei der das Erwecken des Interesses für die von mir beschriebenen Spielarten im Vordergrund steht.

Als „Ana Riba“ erarbeite ich mir hauptsächlich das Thema „Beziehungen mit BDSM-Hintergrund“.

Neuerdings gibt es von mir noch die „Isadorra Ewans“, mit der ich einfach in erotischer Literatur schwelge und schöne Geschichten erzählen möchte. Aber ich denke, dass gerade in der erotischen Literatur nicht jeder alles mag und deshalb möchte ich mich mit meinen Pseudonymen abgrenzen.



Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Wolltest Du schon immer schreiben?



Wie die Jungfrau zum Kinde. Einfach mal versucht, einfach mal gemacht. Ich hatte nie die Ambitionen zu schreiben. Ich habe es gerne getan, aber niemals mit dem Hintergrund eine Geschichte zu erzählen. Bis mir jemand sagte, dass ich nichts anderes tue und in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich eigentlich das tue, was ich gerne mache.

Fesseln der Lust 



Was reizt Dich an erotischer Literatur (schreiben/lesen oder beides :-) )



Die Vielschichtigkeit des Themas und die Tatsache, dass Erotik zu unserem menschlichen Grundbedürfnis gehört. Ich wiederhole mich da immer wieder gerne, da die Erotik ja doch leider immer noch in die Schmuddelecke gehört. Niemand – außer Autoren erotischer Literatur – schaffen es, wirklich alle Sinne der Leser anzusprechen. Animieren, locken und necken … den Leser verführen; dass ist es, was mich wirklich fasziniert.

Beim Lesen gehe ich allerdings gerne tiefer. Ich lasse mich gerne von Geschichten verführen, die – zwar erotisch sind –aber auch gleichzeitig meine Psyche fordern.



 Kannst Du vom Schreiben leben?



Jein. Sicher kann ich meinen Beitrag zur Haushaltskasse beitragen. Aber allein würde ich wohl untergehen.



Wer sind Deine Lieblingsautoren/innen?



Vivienne, Sklavin ihrer Lust
In der Erotik ist meine unumstrittene Favoritin Dominique Aury „Die Geschichte der O“. Sie bekommt allerdings im Moment Konkurrenz durch Edith Templeton mit ihrem Roman „Gordon“. Beides eigentlich keine erotischen Romane, jedoch gehen sie so tief in und an die Psyche des Lesers, dass es unglaublich ist. Vom Stil her sind sie bewundernswert. Beide Autorinnen – Spiegelbilder ihrer Zeit – kommen ohne Verbalpornografie aus. Sind in ihren Beschreibungen sexueller Handlungen eher technisch, denn emotional. Doch die Geschichten, die sie erzählen, sind psychologische Wunder.

Um mich zu entspannen, lese ich immer wieder gerne Douglas Adams. Nicht nur sein „Anhalter“ auch die „Holografische Detektei“ ist mehr als lesenswert und trifft meinen seltsamen Humor ziemlich genau.

Bei den Klassikern darf es gerne ein Hemingway sein oder auch Erich Kästner. Allerdings gibt es da so viele Bücher, die ich noch lesen will … da würde es mir wirklich schwerfallen, Namen zu nennen.  



Bei wie vielen Verlagen hast Du Dein MS eingeschickt, ehe es angenommen wurde?



Mein erstes Manuskript ging nur an einen Verlag. Es war ein Versuch, der gleich genommen wurde. Niemand war erstaunter als ich selbst. Natürlich habe ich mich riesig gefreut … Aber der normale Werdegang einer Autorin war das sicherlich nicht.



Wie lange brauchst Du für ein Manuskript?



Es kommt drauf an, wie stark mich die Idee beschäftigt. Vor Kurzem habe ich für einen großen Publikumsverlag ein Manuskript verfasst, für das ich gerade mal drei Wochen gebraucht habe. Quasi nebenbei geschrieben. War für mich auch eine neue Erfahrung.

Für gewöhnlich habe ich eine Idee, die ich bis auf ca 20 DINA4-Seiten ausarbeite, diese Idee dann zur Seite lege und mich mit einer anderen Sache beschäftige. Irgendwann – in der Zwischenzeit können Wochen oder Monate vergangen sein –nehme ich diese Idee hervor und sehe, ob sie überhaupt praktikabel ist. Dazu braucht man Abstand. Mein letztes Manuskript „Coco – Galerie der Lust“ (AT) ist ein solcher Fall. Alles in allem habe ich dafür ein Jahr gebraucht. In der Zwischenzeit musste ich aber immer mal wieder andere Ideen „zur Seite legen“.



Liest Du viel? Was?



Ich bin ein sporadischer Leser. Es gibt Wochen, da rühre ich kein Buch an, weil ich es einfach nicht schaffe, mich darauf zu konzentrieren. Denn meine Arbeit als Autorin nimmt mich doch sehr in Anspruch. Dann gibt es wieder Phasen, in denen ich innerhalb einer Woche mehrere Bücher anfange und lesender Weise verschlinge. Ich sauge diese Geschichten dann förmlich auf und sehe das als Erholung an.

Das Ponygirl und Die BestrafungIch versuche mich natürlich in der Erotik auf dem Laufenden zu halten, sehe über den Tellerrand hinweg, um mich zu informieren, was die Kolleginnen so umtreibt. Ich bin aber ehrlich: Ich lese selten zeitgenössische Erotik.

Ansonsten nehme ich mir alles zur Brust, was sich bietet. Im Moment am liebsten Bücher, die irgendwie mit Frankreich zu tun haben. So liegen auf meinem SUB Romane wie „Madame ist leider verschieden“ von Claude Izner. Auf dieses Buch bin ich richtig gespannt. Sehr gerne habe ich auch „Schweine züchten in Nazareth“ von Amanda Sthers gelesen. Ein Buch, das nur aus dem Briefwechsel einer Familie besteht. Sehr amüsant, sehr interessant.



Hast Du Hobbys?



Hobbys sind immer so eine Sache. Auch dazu braucht man ein gewisses Talent. Ich versuche seit Jahren einen Gewürzgarten in meinem Garten zu züchten. Mit mäßigem Erfolg. Aber ich bin da recht hartnäckig und ich denke, dieses Jahr wird das bestimmt was. Allerdings habe ich keinen grünen Daumen, aber jede Menge Enthusiasmus









Was hilft Dir, Dich zu entspannen? Wo und wie findest Du Inspiration?



Ich beobachte gerne. Dabei kann ich meinen Geist „fliegen“ lassen. Ein Straßencafé, eine Tasse doppelter Espresso und ein wenig Sonnenschein und schon prasselt die Inspiration auf mich ein. Ein sehr schönes Erlebnis.



Hörst Du beim Schreiben Musik?



Oh ja. Musik ist für mich ein Lebenselixier. Ohne geht gar nichts. Je nach Musik kann ich die erzeugte Stimmung sogar in meinen Texten umsetzen. Musik ist für mich ebenso eine Inspiration, wie die Person, die mir gegenübersitzt.





Hast Du schon ein neues Projekt in Planung?
Der Keller


Im August erscheint im dotbooks-Verlag mein Herzprojekt „Nicht schon wieder Kamasutra“ (AT), in dem es um zwei Freundinnen geht, die versuchen ihre eigene sexuelle Revolution zu erleben. Guter Sex und Liebe müssen sich schließlich nicht ausschließen. Aber bis dahin ist es für beide ein anstrengender und – wie ich hoffe – äußerst amüsanter Weg. Der Leser wird in einzelnen Geschichten an ihrer Erfahrungssuche teilhaben. Die Geschichten erzählen vom BDSM über Kegeltouren, die eigentlich nicht als Kegeltour gedacht sind, bis hin zu einem durchgeknallten Yoga-Guru.



Wie sieht Dein Alltag aus? Deine Schreibroutine?



Schreibroutine … hab ich nicht Ich arbeite täglich mehrere Stunden. Dabei kann es aber passieren, dass ich kein einziges Wort geschrieben habe, sondern mir z. B. nur die grobe Richtung, in die mein Text gehen soll, ausgeformt. Dafür schaffe ich dann am nächsten Tag an die 8000 Wörter. Also: Routine würde ich das nicht nennen



 Man drückt Dir 500 Euro in die Hand, mit der Bedingung, es auszugeben. Was würdest Du damit anstellen?



Da stellt sich mir die Frage, ob ich überhaupt schon mal einen 500-Euro-Schein – oder überhaupt so viel Geld - in der Hand hatte … Wahrscheinlich nicht. Ich kann mich zumindest nicht erinnern
Lustschmerz Erotischer SM-Roman
Ich fürchte, da würde bei mir ausnahmsweise der Egoismus durchschlagen. Schließlich bin ich Mutter und Ehefrau und denke somit immer erst an die Familie.

Es gibt viele Wünsche, die ich mir damit erfüllen würde. Ein Parfüm, ein wenig Kosmetik, das ein oder andere Buch. Etwas Futter für die Seele halt.



Danke an Ivy, dass sie mir die Gelegenheit gegeben hat, mich vorzustellen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.


Sonntag, 22. April 2012

Bericht meiner Lesung in der Nudelmanufaktur "delicat.essen"


Hallo meine Lieben,

der lange überfällige Bericht meiner Lesung vom 14.04. in Augsburg.

Wie immer kam ich eine angemessene Zeitspanne vorher an. Mein Trolley war übervoll, mein Kleidchen kurz, neu und erotisch - wie es sein soll ;-) Ich hatte in der Woche vorher Stunden mit Üben verbracht.
Interessanterweise scheinen sich die wenigsten Leute darüber Gedanken zu machen, was ein Autor im Vorfeld für Bemühungen unternimmt, sich auf Lesungen vorzubereiten. Ich kann allen versichern: Ich übe mind. 8 - 10 Std. für jede Lesung. (Vor der letzten kam ich auf mehr Stunden, glaube ich.)
Zurück zur Lesung im delicat.essen:
Die Tische waren um meinen Katzentisch herum aufgestellt, so daß jeder Gast guten Blick auf mich hatte. Rosen auf dem Tisch, Stoffservietten auf den Plätzen, es war geschmackvoll, elegant.
Ein Traum!
Ich konnte meine Mitbringsel aufbauen, genehmigte mir einen Schluck zu trinken und erwartete die Gäste.
Tatsächlich kamen 13 lesungswillige, hungrige Besucher, die ich alle persönlich begrüßte.
 Guarana gebeizte Jacobsmuscheln und Wildlachs
 im Mosaik
Nach einer kleinen Schweinerei - einem kulinarischen Gruß aus der Küche legte ich auch prompt los. Ich war fröhlich, ich war charmant und führte meine Zuhörer durch die Welt der Erotik und aphrodisierenden Speisen, bis das Hauptgericht serviert wurde: 
Guarana gebeizte Jacobsmuscheln und Wildlachs im Mosaik

Danach legte ich direkt mit der szenischen Darstellung meiner Einstiegsszene aus "Ghost Lover" los, gefolgt von der erotischen Küchentisch-Szene.

Das Hauptgericht wurde serviert: scharf gewürzte Kalbsravioli auf Mandel-Spargelbett.
Einfach köstlich!

Ananas-Sorbet und
Flan von Grand-Manier und Kolanuss
Vor dem Dessert kam ich zum Lesungs-Höhepunkt: Tigerlilie. Wie immer eine Einstiegsszene, um meinen Zuhörern ein Gefühl für meine Hauptfiguren und die Story zu geben und erst dann die erotische Szene. Ich hatte die Stelle ausgewählt, in der Anna zornig über die Doppelmoral des ton zu Christopher geht und daraufhin die Erfahrung macht, was es heißt, einen dominanten Bettgefährten zu haben :-)
Abschließend gab es also das Dessert und irgendwie war der Abend so schön rund und gemütlich, daß ich meine Gäste nicht mehr unterbrach, um die Fragerunde einzuläuten.

Resümierend: Auch in Augsburg steppt der Bär, was Erotik betrifft.
Das Ambiente/Lokal waren ein eleganter Traum, das Menü ein kulinarisches Gedicht und die Gäste einfach eine Wucht :-)

Und wieder kann ich nur versichern: Es war nicht meine letzte Lesung!
Ivy Paul by Carmen Gabsch

Liebe Grüße, Ivy

Montag, 16. April 2012

Hallo meine Lieben,

letzte Woche war ich auf dem Plärrer zum Interview mit dem Augsburger Hitradio RT1 geladen:

Ivy Paul auf Hitradio RT1

Hatte mich so schön auf Flirt im Kontext zu Erotik vorbereitet und dann wollte Alexander Wohlrab gar nichts in der Richtung wissen ;-)

Nichtsdestotrotz, es war ein schöner Nachmittag. Lernte zwei AEV-Spieler kennen und plauderte recht nett mit den beiden.
Und die Sterndlalm war ein wirklich sehr schönes Ambiente! Unter Bierzelt stelle ich mir immer etwas miefiges, ekliges vor, aber dort war es stilvoll ;-) Also, durchaus eine Empfehlung von mir, einer Bierzelt-Verweigerin ;-) .

Liebe Grüße, Ivy

PS: Ich kann auch hochdeutsch ;-)

Sonntag, 15. April 2012

Mit Meike Nilos über den Pyramiden von Gizeh

Es wurde Zeit einmal auszuspannen. Alle sagten, ich bräuchte dringend Erholung. Dürr, klapprig und fahrig wie ich war, traf ich keine Taste meines Notebooks mehr.
Da ein Workaholik wie ich nicht in der Lage ist "nur" auszuspannen, wählte ich ein Reiseziel, das inspirierend und historisch bedeutungsvoll zugleich war.
Nein, ich fuhr nicht nach England. Das war die Bedingung. Nicht auf die britischen Inseln. Nicht dorthin, wo mich mein Geist sofort wieder mit neuen Geschichten beschäftigen würde. Stattdessen schickte man mich nach Ägypten. Dorthin, wo all die wunderbaren Geschichten um Stargate und die Goa´ulds, "Die Mumie" usw. ihren Ursprung hatten. In die Heimat der legendären Kleopatra und der Götter Apophis, Osiris, Isis und Bastet.
Bastet - ah, die Katzengöttin, ägyptische Göttin der Fruchtbarkeit.
In meinem Hotel schienen sich die Katzen besonders willkommen zu fühlen. Vielleicht lag es aber auch daran, das eine der Attraktionen des hiesigen Spas ein Bad in Milch war.
So saß ich an einem Abend in einer Wanne Eselsmilch und war umlagert von maunzenden und aufgeregt zitternden Katzen. Nach einer Weile begriffen sie, daß sie keine Einladung bekamen, und trollten sich. Nur eine grau getigerte Katze mit riesigen, goldenen Augen blieb zurück.
"Na du, du bist ja eine Hartnäckige!", sagte ich zu der Stubentigerin, die sich seelenruhig die Pfoten leckte, um dann wieder zu mir zu blicken. Irgendetwas sagte mir, daß sie jedes meiner Worte genau verstand.
Die Katze legte ihren Kopf schief.
"Du willst doch nicht ernsthaft mein Badewasser trinken?", neckte ich das Tier.
Sie runzelte die Stirn. "Hältst du mich für verrückt?" gab die Katze zur Antwort.
Ich blieb relativ gefasst. Inzwischen bin ich hartgesotten. Bei Autorinnen muß man mit allem rechnen. "Meike Nilos, nicht wahr?"
"Meike Nilos ist Autorin. Glaubst du allen Ernstes, ich könnte mit diesen Tatzen eine Computertastatur bedienen?" Sie hob mir eine ihrer samtigen Pfoten entgegen. "Ich bin eine von Bastets Töchtern. Ich soll dir ausrichten, daß sie in der Lobby auf dich wartet, falls du Zeit und Lust hast."
Und ob ich das hatte!



Interviewfragen:


Erotik. Warum schreibst Du Erotik?

Darüber habe ich mir tatsächlich noch nie Gedanken gemacht. Ich schreibe einfach gerne. Über Zwischenmenschliches, Emotionen, Gefühle und da liegt es doch nahe, auch über Erotik zu schreiben. Und auch wenn es in meinen erotischen Romanen gerne explizit zur Sache gehen darf, klammere ich die Gefühlsebene dabei nicht aus. Es ist mir wichtig, die Handlung nicht auf den Sex zu reduzieren, sondern die erotische Komponente in den Vordergrund zu rücken, denn es geht um die Figuren, ihre Empfindungen, ihre Entwicklung.



Bastets Töchter: Erotischer Mystery RomanIst Meike Nilos ein Pseudonym?

Ja, Meike Nilos ist ein Pseudonym. Ich schreibe auch noch in anderen Genres und das wollte ich gerne trennen. Die LeserInnen sollen wissen, was sie bekommen. Wo Meike drauf steht, ist Erotik drin.



Jeder sagt, es sei sein erster Roman, dabei setzt sich kaum jemand hin, fängt an zu schreiben und hat sofort einen vorzeigbares MS bzw. Kurzgeschichte etc. Seit wann schreibst Du und wann hast Du das erste MS an einen Verlag geschickt?

Mit dem Schreiben habe ich erst im zarten Alter von 36 Jahren angefangen. Zuerst Gedichte und Kurzgeschichten und schließlich habe ich mich auch an längere Geschichten gewagt und festgestellt, dass Romane genau das sind, was ich schreiben will. Man hat Platz, eine Geschichte und die Figuren zu entwickeln, geht mit ihnen durch Höhen und Tiefen und am Ende sind sie mir ans Herz gewachsen, als gehörten sie zur Familie. Das macht einfach unheimlich viel Spaß und ist jedes Mal wieder eine tolle Erfahrung.

Mein erstes Manuskript habe ich nicht direkt an Verlage geschickt, sondern an einige Agenturen, eine davon hat es auch angenommen.



Bastets Töchter ist Dein Debüt-Roman?

 Ja, „Bastets Töchter“ ist mein allererstes Baby.



Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Roman gekommen?

Genau genommen ist die Protagonistin zu mir gekommen und hat mich solange genervt, bis ich ihre Geschichte aufgeschrieben habe. Und so läuft es eigentlich immer, jemand klopft bei mir an, nistet sich ungefragt in meinem Kopf ein und geht einfach nicht mehr weg, bis ich getippt habe, was er/sie zu erzählen hat.



Wer sind Deine Lieblingsautoren/innen?

Ich lese gerne unterschiedliche Sachen, unterschiedlicher AutorInnen, aller möglichen Genres und Stile. Am liebsten Phantastik, alles was sich vom „Normalen“ abhebt, spannend, interessant und gerne auch schräg ist. Neil Gaiman, Matt Ruff, Stephen King, Ian McEwan, Susanne Gerdom, Margaret Atwood, Kafka und noch hundert mehr – zu viele, um alle aufzulisten.



Bei wievielen Verlagen hast Du Dein MS eingeschickt, ehe es angenommen wurde?

Mein erstes Manuskript habe ich nicht direkt an Verlage, sondern an eine Agentur geschickt, die es dann auch vertreten hat. Nachdem es bei den großen Publikumsverlagen nicht unter gekommen ist, habe ich mich dazu entschlossen, es selbst zu versuchen und ein eBook daraus gemacht und das läuft, zu meiner Freude, wirklich gut. Mein zweiter Roman ist derzeit noch auf Verlagssuche, ebenso mein aktuelles Erotikprojekt.


Wie lange brauchst Du für ein Manuskript?

Das ist schwer zu beantworten. An „Bastets Töchter“ habe ich etwa ein halbes Jahr geschrieben. Wie viel reine Schreibzeit darin steckt, kann ich nicht sagen, dafür differiert das zu sehr.



Liest Du viel? Was?

Ich lese ungefähr ein Buch pro Woche, manchmal auch mehr. Neben Brotjob, dem Schreiben und dem Leben, bleibt einfach zu wenig Zeit übrig. Sehr gerne Krimis, Thriller, Lyrik und alles, was mich interessiert und gut geschrieben ist. Am liebsten aber Phantastik.



Hast Du Hobbys?

Für Hobbys fehlt mir leider die Zeit. Aber das Schreiben ist die tollste Beschäftigung der Welt, wer braucht da noch Hobbys?



Was hilft Dir, Dich zu entspannen? Wo und wie findest Du Inspiration?

Entspannen kann ich bei einem guten Buch, Musik, Filmen, einem langen Spaziergang. Inspiration finde ich überall. Jeder Mensch, der mir begegnet, bringt irgendetwas mit, das mich inspiriert oder mich auf eine Idee bringt, aber auch Filme, Bücher, Musik, Bilder. Irgendetwas setzt sich immer im Unterbewusstsein fest, um dann irgendwann wieder nach oben zu kommen.


Hörst Du beim Schreiben Musik?

Ja, ich höre oft Musik beim Schreiben und manchmal brauche ich sogar Musik, aber dann muss die „richtige“ sein, die genau das Gefühl mitbringt, dass ich in einer Szene vermitteln will.


Hast Du schon ein neues Projekt in Planung?

Im Moment arbeite ich an zwei neuen Projekten. Einem erotischen Roman, der mich und meine Protagonistinnen diesmal auf eine Karibikinsel der ganz besonderen Art führt, und einem phantastischen Roman, der die Realität aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Beide Projekte machen unheimlich viel Spaß, ich wünschte nur, ich hätte mehr Schreibzeit zur Verfügung.



Wie sieht Dein Alltag aus? Deine Schreibroutine?


Ich versuche jeden Tag mein Pensum zu tippen, leider klappt das nicht immer so, wie ich mir das wünschen würde. Aber ich schreibe, wann immer es möglich ist. Hauptsächlich an den Wochenenden und abends. Routine kann man das nicht wirklich nennen, aber ich bleibe dran und es geht voran, das ist die Hauptsache.



Welchen Deiner Romanhelden magst Du persönlich am Liebsten? Und warum?

Das ist eine schwierige Frage. Ich mag alle meine Figuren und kann mich wirklich für keine im Besonderen entscheiden. Obwohl … Ich mag Jafar aus „Bastets Töchter“ sehr gerne. Er hat so etwas Geheimnisvolles, Düsteres und dabei Verletzliches, ein reizvoller Kontrast, wie ich finde.



Welche Erfahrung würdest Du in Deinem Leben noch gerne machen?

Vom Schreiben leben zu können.



Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Irgendwo mit den Fingern auf den Tasten meines Laptops.



Liebe Meike, vielen Dank für das tolle Interview!

Donnerstag, 12. April 2012

Kleines Detail zur Lesung bzw. zum Menü

Hallo meine Lieben,

mittlerweile hat sich herausgestellt, daß Yohimbe aus diversen Gründen nicht verwendet werden kann.
Dafür werde ich euch umso herzlicher empfangen.

Selbstverständlich ändert sich ansonsten nichts am Menü!

Ich freue mich auf euer Erscheinen :-)

Liebe Grüße, Ivy

Donnerstag, 5. April 2012

Ivy Paul ist auf You Tube

Hallo meine Lieben,

letztens fand ich einen Lesungsmitschnitt von meiner letzten Lesung im Ludwigs auf Youtube:

Lesungsmitschnitt auf You Tube

Viel Vergnügen :-)

Liebe Grüße, Ivy

Mittwoch, 4. April 2012

Ivy Pauls Fantasiewelten: Erotische Lesung und sinnliches Dinner am 14.4. um...

Erotische Lesung und sinnliches Dinner am 14.4. um...: Ivy Paul - Die Autorin und die Nudelmanufaktur "delicat.essen" präsentieren: Erotische Lesung und sinnliches Dinner Zum Vorspiel: m...

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Ivy Pauls Fantasiewelten: Aveleen Avide - Ein Duell mit Kajal und Lippenstif...: Wenn zwei bayrische Waagen aufeinandertreffen, muß man auf alles gefasst sein. 

Ivy Pauls Fantasiewelten: Inka Loreen Minden alias Lucy Palmer alias Loreen ...

Ivy Pauls Fantasiewelten: Inka Loreen Minden alias Lucy Palmer alias Loreen ...: Die Tagung war unglaublich langweilig. Die Stuhlreihen standen akkurat wie mit der Wasserwaage ausgerichtet. Am Eingang verteilten Wächteri...

Inka Loreen Minden alias Lucy Palmer alias Loreen Ravenscroft alias ???

Die Tagung war unglaublich langweilig.
Mach mich scharf! Erotische GeschichtenDie Stuhlreihen standen akkurat wie mit der Wasserwaage ausgerichtet. Am Eingang verteilten Wächterinnen der Spießigkeit identische Stifte und Blöcke.
Schaudernd überlegte ich, ob wir Teilnehmer als nächstes unserer Kleidung entledigt und in Uniformen gestopft würden. Vielleicht mit rasierten Schädeln.
Ich tastete verstohlen nach meinem Haar. Sicher war sicher. Am Ende hatte man mich auf meinem Hotelzimmer heimlich geschoren, als ich schlief.
Ich fing den Blick einer lachenden Rothaarigen auf. Offenbar ahnte sie, was in meinem Kopf vorging. Sie kam zu mir.
"Inka Loreen Minden", Potzblitz! Die Autorin von Romanen wie: LustPunkte, Engelslust, Gaylüste, uvm., die Autorin, die auch als Lucy Palmer schreibt (Mach mich scharf!, Mach mich wild!, Mach mich gierig!) oder als Loreen Ravenscroft "Blutflucht - Evolution"
Ich schüttelte ihre Hand. "Ivy Paul",
"Ich weiß, wir kennen uns von Facebook. Du bist auch ein Workaholic." Sie grinste und ich erwiderte die Geste.
Facebooker können das das regelmäßig auf meiner Seite nachlesen. *lach*
Außerdem war das Thema der Tagung: "Entspannung und Beibehaltung der Produktivität - speziell für Workaholics".
Ich schielte zu Inka Loreen. Vielleicht würde das Seminar doch noch interessant werden.
Wurde es auch. Mein Block füllte sich mit interessanten Aussagen --- Inkas Antworten zu meinem Interview.
Von den Vorträgen haben wir nicht mehr viel mitbekommen.
Wie das vereinzelte Schnarchen und das Gähnen um uns herum verriet, haben wir nichts versäumt ...


Guido Karp / p41d.com
Interviewfragen:

Du schreibst unter verschiedenen Pseudonymen. Warum?

Ursprünglich wollte ich Jugendbücher schreiben, aber irgendwie bin ich dann zur Erotik gekommen. Da ich die Genres strickt trennen möchte, aber dennoch einen Bezug zu meinem Namen will, habe ich lange getüftelt. Inka Loreen Minden ist nämlich ein Anagramm meines richtigen Namens. Lucy Palmer bin ich nur bei Blue Panther Books.

Als Inka schreibe ich Erotik und Homoerotik, zum Beispiel Gay Fantasy oder Gay Historicals.

Loreen Ravenscroft ist mein neustes Pseudonym für Romantasys (weniger Erotik, eher Liebesroman. Ich wollte meine Inka-Leser nicht verärgern, wenn sie plötzlich wesentlich weniger Erotik vorfinden). Mein Buch »Blutflucht Evolution« ist im Februar bei Elysion Books erschienen und eine romantische Dystopie für jung gebliebene Leser.

In Kürze wird es noch einen Namen geben, unter dem ich Jugendbücher veröffentliche, aber da habe ich mich noch auf keinen festgelegt.

Nächstes Jahr im März wird bei Rowohlt eine erotische Storysammlung herauskommen, die ich unter meinem Fast-Mädchennamen veröffentliche, da der Verlag gerne einen deutschen Namen auf dem Buch wollte. Die Geschichten spielen auch alle in Deutschland.


Monika Dennerlein aka Inka Loreen Minden aka Loreen Ravenscroft aka Lucy Palmer
Hast Du nicht manchmal das Gefühl schizophren zu werden?

Nö, nur muss ich aufpassen, dass ich beim Signieren nicht durcheinanderkomme, lach. Manchmal frage ich mich allerdings schon: Wer bin ich und wenn ja, wie viele.

Auch brauch ich immer eine Weile, bis ich in einen neuen Namen reinfinde, und merke, dass ich unter jedem Pseudonym ein klein wenig anders schreibe. Zum Beispiel schreibt Lucy ein bisschen direktere Erotik als Inka.

Mit meinem neuen Pseudonym (ich verrate schon mal die Initialen: MH) wird’s noch ein wenig »dreckiger« (liegt an den Vorgaben des Verlags), wobei ich aber stets auf eine niveauvolle Wortwahl wert lege und dass die Romantik und das Prickeln zwischen den Protagonisten nicht zu kurz kommen.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Jetzt kommt wohl der Standardspruch aller Autoren: Geschrieben habe ich schon, seit ich schreiben kann, und Schreiben bedeutet natürlich alles für mich. Es ist so wichtig wie die Luft zum Atmen. Meine ganz große Leidenschaft.

Der Freibeuter und die Piratenlady: Frivole Abenteuer auf hoher SeeSo richtig los ging es 2006, als ich »Blutflucht« schrieb. Ursprünglich war das Buch als Jugendroman gedacht. Nur kamen sich meine Helden plötzlich immer näher. Da habe ich bemerkt, dass es mir richtig Spaß macht zu beschreiben, wie es zwischen zwei Personen knistert.


Wolltest Du schon immer schreiben?
Ja, ich wollte und habe, seit ich Schreiben kann. In der ersten Klasse habe ich bereits meine eigenen Bücher gebastelt und mir Tiergeschichten ausgedacht. Etwas später habe ich Gedichte für eine Heimatzeitung geschrieben und bekam sogar ein Honorar in Form von Gutscheinen. Die durfte ich in diversen Geschäften einlösen. Davon hab ich mir einen Traum erfüllt: ein Skatebike (wird heute keiner mehr kennen ;-) Ich bin ja früher leidenschaftlich Skateboard gefahren und hatte auch sonst eher mädchen-untypische Hobbys.

Was reizt Dich an erotischer Literatur (schreiben/lesen oder beides)
Pure Erotiktitel lese ich längst nicht mehr, eher Romances, aber da darf es richtig zur Sache gehen. Ich liebe es, wenn sich zwei Protagonisten über Hürden langsam annähern und es dabei ordentlich knistert. Das versuche ich auch in meinen Geschichten wiederzugeben. Eigentlich schreibe ich nur das, was ich genau so auch gerne lesen würde. Prickelnde Erotik, viel Liebe und Leidenschaft sowie ein zuckersüßes Happy End.

Kannst Du vom Schreiben leben?
Mittlerweile ja, doch die ersten Jahre waren hart.

Wer liest Gay-Romance? Gibt es da eine spez. Zielgruppe oder ist die Leserschaft bunt gemischt?
Überwiegend Frauen von 14 – 99. Der Frauenanteil macht tatsächlich über 80% aus. Autorinnen schreiben Gay Romances speziell für Frauen, daher entsprechen die Männer in den Büchern oft nicht dem »echten« Schwulen. Allerdings habe ich auch einige männliche Fans, die sich einfach was zum Wegträumen wünschen und daher zu unseren (den Titeln von weiblichen Autoren) greifen. Der Männeranteil ist auch bestimmt deswegen geringer, weil Männer allgemein weniger lesen, zumindest Liebesromane fallen seltener in ihr Beuteschema, lach (oder die werden heimlich auf dem E-Reader bzw Smartphone gelesen, weil man da das Cover nicht sieht ;-)

Schläfst Du noch? Du bist unheimlich produktiv. Deine Veröffentlichungen sind beeindruckend. Erkennt Dich Deine Familie noch?
Sicher sehe ich schon aus wie ein Zombie, lach, zumindest komme ich mir wie einer vor.
Sinful Kisses - Sündhafte Küsse: gay historical romance
Ich arbeite etwa 80 Stunden in der Woche und brauche nur 6 Stunden Schlaf bzw mehr geht leider nicht. Liegt entweder an meiner Immun-Erkrankung (seit 12 Jahren leide ich an chronischer Mononukleose) oder ist erblich bedingt, denn in unserer Familie schlafen alle schlecht und wenig.

Wenn ich nicht am Computer sitze, bin ich trotzdem immer bei meiner Arbeit und mache Brainstorming. Außer, ich genieße die wenige Freizeit mit meiner Familie. Mein Mann hält mir sehr oft den Rücken frei, ansonsten würde das nicht funktionieren.



Wer sind Deine Lieblingsautoren/innen?
Da hab ich keine speziellen. Ganz früher, noch vor meinem Autorendasein, habe ich Stephen King verschlungen. Irgendwann entdeckte ich meine Leidenschaft für historische Liebesromane und ich fand die Bücher von Julia Quinn und Gaelen Foley sehr interessant und amüsant. Darüber fand ich dann auch zur Erotik.

Bei wie vielen Verlagen hast Du Dein MS eingeschickt, ehe es angenommen wurde?

Da ich wusste, dass es wie ein Sechser im Lotto ist, von einem »richtigen« Verlag veröffentlicht zu werden (also ein Verlag, der den Autor bezahlt, nicht umgekehrt ;-), habe ich meine ersten Geschichten gleich selbst herausgegeben. Mit positiver Resonanz. Daher dachte ich eines Tages: Ach, probier es doch einfach mal, bewirb dich bei einem Verlag, mehr als eine Absage kannst du ja nicht bekommen.

Also bewarb ich mich nur bei einem einzigen Verlag: Ubooks. Insgeheim rechnete ich mit einer Absage. Ich habe mir wirklich absolut keine Hoffnungen gemacht, weil ich ungefähr wusste, wie viele Manuskripte ein Verlag pro Monat bekommt und wie viele davon veröffentlicht werden.

Als bereits nach einer Woche die Zusage kam, war ich total platt.

Und dann kam eins zum andern, innerhalb ganz kurzer Zeit.


Wie lange brauchst Du für ein Manuskript?

Von der Idee bis zur Fertigstellung (Rohfassung, ohne Überarbeitung) vergehen etwa fünf Wochen bis drei Monate (je nach Länge), wenn mir nichts dazwischenkommt (zB Lektorate). Manchmal arbeite ich an mehreren Projekten parallel, wobei ich langsam merke, dass ich alt werde (lacht). Es ist mir nun lieber, wenn ich mich auf ein bis zwei Dinge konzentriere.

Die Überarbeitung selbst besteht aus mehreren Arbeitsschritten und braucht auch noch mal mindestens einen Monat. Allerdings lasse ich zuvor das Manuskript mehrere Wochen ruhen, damit ich Abstand bekomme. Als Autor steht man seinen eigenen Texten blind gegenüber, das ist einfach so. In dieser »Ruhezeit« haben es auch meine sehr geschätzten Testleser und eine Lektorin, mit der ich privat zusammenarbeite.




Liest Du viel? Was?
- Früher: Ja, ein Buch pro Tag.
Tödliches Begehren - Mortal Desire: Soft-SM-Roman
Heute (bedeutet, seit ich mit dem Schreiben meine Brötchen verdiene) bin ich schon glücklich, wenn ich dazukomme, ein Buch im Monat zu lesen. Dann darf es ein Liebesroman sein, mit einem guten Schuss Erotik. Hauptsache nichts, was mein Hirn überfordert. Ich mag mich wegträumen und unterhalten werden.



Hast Du Hobbys?
Früher: Lesen, Seidenmalerei

Heute: Seit über einem Jahr spiele ich Geige und versuche zu üben, wann immer ich ein paar freie Minuten abzweigen kann.



Was hilft Dir, Dich zu entspannen? Wo und wie findest Du Inspiration?



Ich versuche mich jeden Nachmittag eine halbe Stunde hinzulegen und zur Ruhe zu kommen. Da arbeite ich aber geistig weiter. Solange ich nicht im Tiefschlaf bin, schaltet sich mein Gehirn einfach nicht ab. Alles dreht sich immer nur um meine Arbeit, die Storys, die Protagonisten.

Wunderbar entspannen kann ich allerdings beim Putzen und Aufräumen, sprich: bei der Hausarbeit. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich kurz vor Mitternacht anfange, das Badezimmer zu putzen, um mich nach einem 12-Stunden-Tag »runterzufahren«.

Inspiration finde ich immer und überall. Leider, muss ich fast sagen, denn ich hab immer zu viele Ideen, die am liebsten alle auf einmal rauswollen. Meine Muse ist ein verdammter Sadist.



Hörst Du beim Schreiben Musik?
Ich brauche absolute Ruhe und höre auch sonst keine Musik. Hab ich noch nie, außer in meiner Jugend.


Hast Du schon ein neues Projekt in Planung?
Immer mehrere. Im Moment arbeite ich am Rowohlt-Buch, danach geht’s gleich wieder an Wächterschwingen 2, das ich leider unterbrechen musste, weil zwei überraschende Projekte dazwischenkamen. Meine Gay Romance Leser schreien auch nach Nachschub, die möchte ich in diesem Jahr zumindest mit einer Webnovelle versorgen. Und ein historischer Para wartet auch darauf, endlich mal beendet zu werden. Nur glaub ich nicht, dass ich das alles noch in diesem Jahr schaffe, denn es wird sicher wieder etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommen.

Hältst Du Lesungen?
Wenn man mich einlädt, versuche ich immer gerne zu kommen, sofern ich dazu nicht zu weit anreisen muss. Da ich keine Oma oder jemand anderen habe, der auf unseren Sohn aufpasst, ist das immer ein wenig kompliziert zu organisieren mit Babysitten und dem Job meines Mannes.

Ich habe zB schon ein paar Mal im Schwulen Kommunikationszentrum in München gelesen und eine Lesung in Münster (in einem Erotikgeschäft) ist auch geplant (die verbinde ich dann mit einem Besuch bei einem befreundeten Verleger :-)



Wie sieht Dein Alltag aus? Deine Schreibroutine?
Leider kann ich nicht den ganzen Tag an einer Sache bleiben, da ich »nebenher« noch Verlagsarbeiten erledige, Rechnungen schreibe, Bücher verschicke oder Cover mache, manchmal auch Lektorate, Social Media usw. und über 50 E-Mails wollen täglich auch beantwortet werden.
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Frühmorgens, wenn alle außer Haus sind, hol ich erst mal meine E-Mails ab, beantworte aber nur die dringendsten sofort, den Rest im Laufe des Tages oder der Woche.

Dann besuche ich einige Seiten, auf denen ich regelmäßig vorbeisehe, aktualisiere meine Homepage, schau kurz auf Twitter oder Facebook vorbei.

Ab ca 9 Uhr fange ich mit der eigentlichen Arbeit an, bis ca 12.30 Uhr. Dann kommt mein Kind von der Schule, es gibt Essen. Während mein Sohn seine Hausarbeiten erledigt, gehe ich wieder an den Computer.

Bei Termindruck kann es vorkommen, dass ich von 8 Uhr morgens bis 23 Uhr fast nonstop vor dem Laptop sitze; viel mache ich am Wochenende. Ich habe einen wunderbaren Mann, der mir oft den Rücken freihält.

Warum lohnt es sich Autorin als Beruf zu wählen?

Hm, ich glaube dass es sich im Allgemeinen nicht lohnt, den Beruf zu wählen. Nur jeder hundertste Autor kann vom Schreiben leben. Ich weiß, dass ich eine Ausnahme bin und wirklich Glück hatte, dass alles so kam, denn in dem Geschäft gehört unheimlich viel Glück und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein einfach dazu. Man muss viel und sehr hart an sich arbeiten. Schreiben ist kein Zuckerschlecken, wie viele immer glauben. Es saugt einen aus, man muss bis an seine Grenzen gehen, immer an sich und seiner Schreibe arbeiten. Und es ist sehr viel Disziplin nötig, an der Story zu bleiben und nicht im Internet zu surfen. Übrigens eine unheilvolle Verlockung, die mich immer beim Recherchieren heimsucht, da ich oft von A nach B komme, sehr viele interessante Dinge entdecke und schon ist der halbe Tag wieder herum.



Liebe Ivy, ich bedanke mich sehr herzlich für das Interview! Hat Spaß gemacht!
 
Liebe Inka, vielen Dank für die erfrischenden, ausführlichen Antworten :-)