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Sonntag, 15. April 2012

Mit Meike Nilos über den Pyramiden von Gizeh

Es wurde Zeit einmal auszuspannen. Alle sagten, ich bräuchte dringend Erholung. Dürr, klapprig und fahrig wie ich war, traf ich keine Taste meines Notebooks mehr.
Da ein Workaholik wie ich nicht in der Lage ist "nur" auszuspannen, wählte ich ein Reiseziel, das inspirierend und historisch bedeutungsvoll zugleich war.
Nein, ich fuhr nicht nach England. Das war die Bedingung. Nicht auf die britischen Inseln. Nicht dorthin, wo mich mein Geist sofort wieder mit neuen Geschichten beschäftigen würde. Stattdessen schickte man mich nach Ägypten. Dorthin, wo all die wunderbaren Geschichten um Stargate und die Goa´ulds, "Die Mumie" usw. ihren Ursprung hatten. In die Heimat der legendären Kleopatra und der Götter Apophis, Osiris, Isis und Bastet.
Bastet - ah, die Katzengöttin, ägyptische Göttin der Fruchtbarkeit.
In meinem Hotel schienen sich die Katzen besonders willkommen zu fühlen. Vielleicht lag es aber auch daran, das eine der Attraktionen des hiesigen Spas ein Bad in Milch war.
So saß ich an einem Abend in einer Wanne Eselsmilch und war umlagert von maunzenden und aufgeregt zitternden Katzen. Nach einer Weile begriffen sie, daß sie keine Einladung bekamen, und trollten sich. Nur eine grau getigerte Katze mit riesigen, goldenen Augen blieb zurück.
"Na du, du bist ja eine Hartnäckige!", sagte ich zu der Stubentigerin, die sich seelenruhig die Pfoten leckte, um dann wieder zu mir zu blicken. Irgendetwas sagte mir, daß sie jedes meiner Worte genau verstand.
Die Katze legte ihren Kopf schief.
"Du willst doch nicht ernsthaft mein Badewasser trinken?", neckte ich das Tier.
Sie runzelte die Stirn. "Hältst du mich für verrückt?" gab die Katze zur Antwort.
Ich blieb relativ gefasst. Inzwischen bin ich hartgesotten. Bei Autorinnen muß man mit allem rechnen. "Meike Nilos, nicht wahr?"
"Meike Nilos ist Autorin. Glaubst du allen Ernstes, ich könnte mit diesen Tatzen eine Computertastatur bedienen?" Sie hob mir eine ihrer samtigen Pfoten entgegen. "Ich bin eine von Bastets Töchtern. Ich soll dir ausrichten, daß sie in der Lobby auf dich wartet, falls du Zeit und Lust hast."
Und ob ich das hatte!



Interviewfragen:


Erotik. Warum schreibst Du Erotik?

Darüber habe ich mir tatsächlich noch nie Gedanken gemacht. Ich schreibe einfach gerne. Über Zwischenmenschliches, Emotionen, Gefühle und da liegt es doch nahe, auch über Erotik zu schreiben. Und auch wenn es in meinen erotischen Romanen gerne explizit zur Sache gehen darf, klammere ich die Gefühlsebene dabei nicht aus. Es ist mir wichtig, die Handlung nicht auf den Sex zu reduzieren, sondern die erotische Komponente in den Vordergrund zu rücken, denn es geht um die Figuren, ihre Empfindungen, ihre Entwicklung.



Bastets Töchter: Erotischer Mystery RomanIst Meike Nilos ein Pseudonym?

Ja, Meike Nilos ist ein Pseudonym. Ich schreibe auch noch in anderen Genres und das wollte ich gerne trennen. Die LeserInnen sollen wissen, was sie bekommen. Wo Meike drauf steht, ist Erotik drin.



Jeder sagt, es sei sein erster Roman, dabei setzt sich kaum jemand hin, fängt an zu schreiben und hat sofort einen vorzeigbares MS bzw. Kurzgeschichte etc. Seit wann schreibst Du und wann hast Du das erste MS an einen Verlag geschickt?

Mit dem Schreiben habe ich erst im zarten Alter von 36 Jahren angefangen. Zuerst Gedichte und Kurzgeschichten und schließlich habe ich mich auch an längere Geschichten gewagt und festgestellt, dass Romane genau das sind, was ich schreiben will. Man hat Platz, eine Geschichte und die Figuren zu entwickeln, geht mit ihnen durch Höhen und Tiefen und am Ende sind sie mir ans Herz gewachsen, als gehörten sie zur Familie. Das macht einfach unheimlich viel Spaß und ist jedes Mal wieder eine tolle Erfahrung.

Mein erstes Manuskript habe ich nicht direkt an Verlage geschickt, sondern an einige Agenturen, eine davon hat es auch angenommen.



Bastets Töchter ist Dein Debüt-Roman?

 Ja, „Bastets Töchter“ ist mein allererstes Baby.



Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Roman gekommen?

Genau genommen ist die Protagonistin zu mir gekommen und hat mich solange genervt, bis ich ihre Geschichte aufgeschrieben habe. Und so läuft es eigentlich immer, jemand klopft bei mir an, nistet sich ungefragt in meinem Kopf ein und geht einfach nicht mehr weg, bis ich getippt habe, was er/sie zu erzählen hat.



Wer sind Deine Lieblingsautoren/innen?

Ich lese gerne unterschiedliche Sachen, unterschiedlicher AutorInnen, aller möglichen Genres und Stile. Am liebsten Phantastik, alles was sich vom „Normalen“ abhebt, spannend, interessant und gerne auch schräg ist. Neil Gaiman, Matt Ruff, Stephen King, Ian McEwan, Susanne Gerdom, Margaret Atwood, Kafka und noch hundert mehr – zu viele, um alle aufzulisten.



Bei wievielen Verlagen hast Du Dein MS eingeschickt, ehe es angenommen wurde?

Mein erstes Manuskript habe ich nicht direkt an Verlage, sondern an eine Agentur geschickt, die es dann auch vertreten hat. Nachdem es bei den großen Publikumsverlagen nicht unter gekommen ist, habe ich mich dazu entschlossen, es selbst zu versuchen und ein eBook daraus gemacht und das läuft, zu meiner Freude, wirklich gut. Mein zweiter Roman ist derzeit noch auf Verlagssuche, ebenso mein aktuelles Erotikprojekt.


Wie lange brauchst Du für ein Manuskript?

Das ist schwer zu beantworten. An „Bastets Töchter“ habe ich etwa ein halbes Jahr geschrieben. Wie viel reine Schreibzeit darin steckt, kann ich nicht sagen, dafür differiert das zu sehr.



Liest Du viel? Was?

Ich lese ungefähr ein Buch pro Woche, manchmal auch mehr. Neben Brotjob, dem Schreiben und dem Leben, bleibt einfach zu wenig Zeit übrig. Sehr gerne Krimis, Thriller, Lyrik und alles, was mich interessiert und gut geschrieben ist. Am liebsten aber Phantastik.



Hast Du Hobbys?

Für Hobbys fehlt mir leider die Zeit. Aber das Schreiben ist die tollste Beschäftigung der Welt, wer braucht da noch Hobbys?



Was hilft Dir, Dich zu entspannen? Wo und wie findest Du Inspiration?

Entspannen kann ich bei einem guten Buch, Musik, Filmen, einem langen Spaziergang. Inspiration finde ich überall. Jeder Mensch, der mir begegnet, bringt irgendetwas mit, das mich inspiriert oder mich auf eine Idee bringt, aber auch Filme, Bücher, Musik, Bilder. Irgendetwas setzt sich immer im Unterbewusstsein fest, um dann irgendwann wieder nach oben zu kommen.


Hörst Du beim Schreiben Musik?

Ja, ich höre oft Musik beim Schreiben und manchmal brauche ich sogar Musik, aber dann muss die „richtige“ sein, die genau das Gefühl mitbringt, dass ich in einer Szene vermitteln will.


Hast Du schon ein neues Projekt in Planung?

Im Moment arbeite ich an zwei neuen Projekten. Einem erotischen Roman, der mich und meine Protagonistinnen diesmal auf eine Karibikinsel der ganz besonderen Art führt, und einem phantastischen Roman, der die Realität aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Beide Projekte machen unheimlich viel Spaß, ich wünschte nur, ich hätte mehr Schreibzeit zur Verfügung.



Wie sieht Dein Alltag aus? Deine Schreibroutine?


Ich versuche jeden Tag mein Pensum zu tippen, leider klappt das nicht immer so, wie ich mir das wünschen würde. Aber ich schreibe, wann immer es möglich ist. Hauptsächlich an den Wochenenden und abends. Routine kann man das nicht wirklich nennen, aber ich bleibe dran und es geht voran, das ist die Hauptsache.



Welchen Deiner Romanhelden magst Du persönlich am Liebsten? Und warum?

Das ist eine schwierige Frage. Ich mag alle meine Figuren und kann mich wirklich für keine im Besonderen entscheiden. Obwohl … Ich mag Jafar aus „Bastets Töchter“ sehr gerne. Er hat so etwas Geheimnisvolles, Düsteres und dabei Verletzliches, ein reizvoller Kontrast, wie ich finde.



Welche Erfahrung würdest Du in Deinem Leben noch gerne machen?

Vom Schreiben leben zu können.



Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Irgendwo mit den Fingern auf den Tasten meines Laptops.



Liebe Meike, vielen Dank für das tolle Interview!

Kommentare:

  1. Liebe Ivy,

    vielen Dank für die tollen Fragen, es hat mir wirklich viel Spaß gemacht, sie zu beantworten!

    Liebe Grüße
    Meike

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    1. Liebe Meike,

      es war mir Vergnügen und Fest gleichermaßen! :-)

      Liebe Grüße, Ivy

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