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Freitag, 2. November 2012

Der Teufel soll sie holen, die Schreibblockade! Oder Strategie Nummer 3

Hallo meine Lieben,

hier also der versprochene Teil 2 meiner Schreibblockaden-Vermeidungs-Überwindungs-Strategie
Um euch ein anschauliches Bild zu geben, habe ich euch einen Tagesablauf dokumentiert. (Ferientag, der beste aller Ehemänner zuhause. Wetter leider schlecht, Freunde der Kinder in Urlaub - blankes Entsetzen. Die Kinder demzufolge zuhause. Vorpubertär und halbpubertär. Mit einem Wort: Gruslig.)


7.30 Uhr 
Ich erwache. In meinem Bett. Allein. Überlege, wer und wo ich bin und beschließe, dies zu herauszufinden, indem ich mich aus dem Schlafzimmer wage.
In der Küche ein widerlich gut gelaunter Ehemann. Als Morgenmuffel ist das wirklich eine Zumutung, man weiß es andererseits zu schätzen, wenn man sich an die morgendlichen Rangeleien in der Pubertät mit dem morgenmuffligen Bruder erinnert.
Nach einer großen Tasse Kaffee gelingt es mir meine Mundwinkel zu heben. Ein Fehler, scheint es doch der Startschuß seitens Ehegespons nun eine Konversation zu beginnen.
Ich schiele nach meinem Messer. Frühstückmesser. Stumpf. Irgendwas ist immer.

8.30 Uhr
Mein Mann ist nicht schnell genug.
Ich flitze an meinem Mann vorbei ins Bad. Daß er irgendwas von wegen Blase und nur mal eben kurz jammert, überhöre ich. Nicht aber das Lachen der Nachbarn, als ich das Badfenster schließe und meinen Mann um Toiletten-Asyl bitten höre ...

9.30 Uhr
Ich wußte seit dem Frühstücksmesser, das heute nicht mein Tag ist.
Mein Jeansröckchen, das, das mir immer die besten Ideen einflüstert, ist in der Wäsche.
Beschließe aus Trotz eine Skinny-Jeans zu tragen...

9.45 Uhr
Der Computer rauscht. Word ist offen. Allein, die Worte sind schnöde Worte, die mir nichts sagen wollen.

9.50 Uhr
Beschließe, einen Kaffee zu holen

10.15 Uhr
Meinen Kaffee schlürfend fällt mir ein, daß ich noch meine Freundin anrufen könnte. Sie versteht meinen Herzschmerz wegen des Jeansröckchens ....

11.15 Uhr
Frohgemut setze ich mich an mein Notebook.
Der Jeansrock ist nur ein Vorwand, nicht zu arbeiten, aber zu behaupten, KEINE Schreibblockade zu haben. Nachdem wir das analysiert haben, muß es auch mit dem Arbeiten klappen.

11.30 Uhr
5 Sätze später:
Meine Kinder verlangen lautstark nach Essen.
Essen? Schon wieder? Wo ist eigentlich mein Mann? Der Rabenvater hat sich abgesetzt und überläßt mir die Verpflegung der hungrigen Mäuler.

11.45 Uhr
Mein Versuch, Dosenfutter oder Fast-Food in den Lebensmittelvorräten zu finden erweist sich als hoffnungslos. Ich hätte es wissen müssen. Sowas gibt unser Haushalt nicht her. Werde doch kochen müssen.

11.50 Uhr
Gerade als ich beschließe Griesbrei zu kochen, kommt mein Mann, die treue Seele vom Einkaufen zurück. Er verjagt mich und nimmt die Nahrungszubereitung in die Hand.

12.30 Uhr
Schweinegeschnetzeltes mit Reis und grünem Salat steht auf dem Plan.

13.00 Uhr
Satt bis obenhin.
Das Hirn hat zu wenig Blut um in angemessenen Parametern zu funktionieren.
Gehe auf Facebook.

15.30 Uhr
Kurz mal mit einem Freund gechattet.
Es war nur kurz! Die Uhr muß lügen.

15.45 Uhr
Na also, läuft doch.
Das Telefon klingelt. Mir egal, ich bin nicht da, ich arbeite.

16.30 Uhr
Wenn Muttern ruft, geht man ran. Punkt.
Beschließe, etwas gegen das Brave-Tochtern-Syndrom zu unternehmen, an dem ich leide....

17.30 Uhr
Einige Psychologie-Ratgeber bestellt, Telefonnummern guter Psychologen rausgeschrieben. Ich vergeude keine Zeit ....

18.30 Uhr
Abendessen war ebenfalls köstlich.
Beschließe, zum Verdauen mal auf Amazon das Ranking meiner Romane zu überprüfen.

18.35 Uhr
Google nach Erwähnung meiner Bücher in diversen Blogs.

18.40 Uhr
Rufe meine Freundin an. Schütte ihr mein Herz aus. Niemand liebt mich und überhaupt, die ganze Hausarbeit macht mich fertig....

19.00 Uhr
Meine Freundin beendet entnervt das Gespräch.
Ich bin immer noch nicht seelisch stabil genug, um an die Arbeit zu gehen.

19.05 Uhr
Habe da einen notgeilen Stalker aufgetan. Logge mich in einer F*** und Spaß-Community ein. Wiege angeblich 100 kg auf 1,60. Bin aber blond, vollbusig und hemmungslos. (Kein Foto im Profil)
Sofort locken mich gleich drei Notgeile in den Chat.

19.30 Uhr
Verlasse den Chat frustriert.
Der heiße Typ mit der Optik eines männlichen Models (Profilfoto) hat versehentlich seine Cam eingeschaltet. ER wiegt 100 kg auf 1,60 m und sein Schniedl, den er in die Cam reckte, war ausgefahren ungefähr 5 cm lang.
Der zweite Typ entlarvte sich als 18jähriger Notgeiler mit soviel sexueller Erfahrung wie ich sie vom Gitarrenbau besitze. Vermutlich explodieren bei dem Jüngelchen nicht die Frauen lustvoll, sondern eher die Pickel ...
Kandidat Nummer 3 hat sich schnell verabschiedet, als ihm offenbar dämmerte, daß ich nur ein Fake bin. Schade eigentlich. Der beherrschte die Rechtschreibung und besaß Humor.

20.30 Uhr
Komisch.
Mit Frustration über das wahre Leben klappt´s plötzlich mit dem Schreiben.
Hole mir einen weiteren Kaffee.

21.50 Uhr
Gerade als mein Protag völlig aufgeht in ... *hust* Begeisterung guckt mein Mann brummelnd in mein Arbeitszimmer.
Ich glaube wenigstens, daß es mein Mann war. War auf jeden Fall der Kerl, der mit mir das Bett teilt. *grübel* Ich habe seinen Namen vergessen.

21.53 Uhr
Nachdem ich ihn minutenlang wortlos anstrahlte, entscheide ich mich für die harmlose Variante und nenne ihn "Schatz". So fühlt er sich geliebt und weiß nicht, daß mir sein Name entfallen ist.
Sein Lächeln verbuche ich als Erfolg und beschließe, "Schatz" generell als Kosename für engere Freunde und Bekannte in mein Vokabular aufzunehmen.

22.00 Uhr
Überlege, ob ich psychisch gesund bin.
Ob es eine Namensfindungs-Störung gibt? Ist es ein Hinweis auf psychologische Defizite, wenn ich Kosenamen verwende?
Kosenamen abseits von "Ey Alter", versteht sich. Hört man ja ständig.
Google, ob die Verarmung des Vokabulars nur mir aufgefallen ist, oder ein allgemein erkanntes Problem.

22.05 Uhr
Eine Seite mit Niederungen der deutschen Umgangssprache gefunden. Fahre das Notebook schockiert herunter und gehe zu Bett.
500 Worte geschrieben. Könnte schlimmer sein.

22.30 Uhr
Liege im Bett. Hellwach.
Es ist schlimmer. Den ganzen Tag am Computer gesessen und nix produziert. Das schlechte Gewissen drückt so sehr, daß ich wenigstens noch ETWAS sinnvolles produzieren möchte.

22.35 Uhr
Die Systeme sind hochgefahren.

22.40 Uhr
Blogeintrag: Strategien gegen Schreibblockaden!



Donnerstag, 1. November 2012

Was zum Teufel schreib ich jetzt? Oder: Der Umgang mit Schreibblockaden ... Teil 1

Hallo ihr Lieben,

ich widme mich heute einem wirklich wichtigen Thema:

Schreibblockaden oder: Wie vermeide ich diese?

Es gibt ein paar wundervolle Strategien zu dieser Problematik. Welche für euch funktioniert, müßt ihr selbst herausfinden....

Da ich neuerdings selbst darunter leide, wurden die folgenden Strategien selbst von mir getestet und für mehr oder weniger erfolgreich befunden.




Strategie Nummer 1 - nichts für Faulpelze, Langweiler oder sonstige Weicheier:


Hinsetzen

Schreiben

Sämtliche Störungen existieren nicht.

NEIN: Sie existieren nicht!

Wasserrohrbruch? Tür auf, Wasser läuft schon irgendwo hin.

Mann verletzt sich? Habt ihr einen Mann oder einen Waschlappen geehelicht? Er schreit wie am Spieß? Und Blut sprudelt? Keine Sorge, irgendwann hört beides auf...
(Wer eine Frau hat: Bestens. Die vermeiden solchen Unfug wie Verletzungen meist. Und wenn, die kleben sich selbst das Pflaster auf!)

Am Ende des Tages ist die Schreibblockade überwunden ... Ihr habt vielleicht nichts vernünftiges Produziert, aber ihr habt die Schreibblockade ausgetrickst.

Strategie Nummer 2 - für jene unter uns, die weder Abgabetermin noch sonstigen Schreibdruck oder -zwang verspüren. ...


Ihr setzt euch.

Ihr merkt, heute läuft nix.

Ihr verlaßt euren Platz und macht irgendwas anderes.



Und morgen erfahrt ihr die ultimative Strategie Nummer 3!

Liebe Grüße, Eure Ivy