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Dienstag, 1. Januar 2013

Die Abenteuer einer Autorin.... Teil 1

Hallo ihr Lieben,

als Autor hat man wahrlich kein leichtes Leben. Während die Welt dort draußen lacht und lebt und kommuniziert, sitzt unsereins vor flimmernden Computer-Bildschirmen.

Immer allein, auf Du und Du mit Plot, Storyline und Abgabeterminen.

Wir werden bleich, bucklig und seltsam und reden - wenn wir denn unter Menschen geraten - nur in Fachjargon. Was dann zuweilen verstörend wirken kann.
Auch die Ausflüge in Erotikshops - wenn man Erotik schreibt, ist das durchaus keine Besonderheit - können ganz neue Erfahrungen sein. Für die Verkäufer und die anderen Kunden.

Kürzlich nun wagte ich mich wieder unter Menschen. Genauer gesagt zu Marcel-Pascal, seines Zeichens bester Freund und Kummerkasten für meinereiner. Und Finanzbeamter. Und schwul. Aber nur ein bißchen. Grad soviel, daß er Frauen erst in die Augen und dann auf den Busen starrt. (Das hat etwas mit dem Unfall-Phänomen zu tun: Alle wissen, es ist unanständig hinzugucken und doch tut man es. Ich weiß nicht, ob Marcel-Pascal offen oder beleidigend sein will.)

Wir saßen in Marcel-Pascals Wohnzimmer.
Ich mag sein Wohnzimmer. Es ist klein, vollgestopft und riecht zeitweise nach Räucherstäbchen, Kaffee oder Massageöl. (Auf das Massageöl möchte ich NICHT näher eingehen.)
"Weißt du, Ivy", begann er und schüttete mir eine halbe Flasche Kaffeelikör in meinen Kaffee. Ich liebe es, wenn er Sätze mit "Weißt, du, Ivy" startet, das bedeutet, daß er einen nicht unerheblichen Pegel Alkohol im Blut hat und dann zeitenweise gerade zu geniale Einfälle entwickelt. Die ich leider nur mit einem ebenso hohen Alkohol-Pegel grandios finde.
Letzen Herbst habe ich mir in derartigem Zustand von Marcel-Pascals Computer aus selbst eine Mail geschrieben. Völlig berauscht von unserer Geistesgröße. Leider erstarb mit Absinken der Promille die Fähigkeit, zu verstehen, was der hanebüchene Unsinn zu bedeuten hatte, den ich erst an völlig unbekannte Mail-Adressen versandte, ehe ich sie an mich schickte.
Ich kann nur hoffen, daß einer der Empfänger ein genialer Wissenschaftler war, dem es aufgrund meiner Notizen gelingt die Erde und ihre Lebewesen zu retten.
Zurück in Marcel-Pascals Wohnzimmer:
"Weißt du, Ivy", hob er ein zweites Mal zu sprechen an.
Ich schielte auf meinen Likör mit Kaffee und beschloß dieses Mal nüchtern zu bleiben.
"ich habe mir überlegt, hetero zu werden."
Schockiert spülte ich meine Überraschung mit einer halben Tasse Kaffee-Kaffeelikör hinunter.
Hetero? War er verrückt geworden? Wer knöpfte mir künftig meine Corsagen zu? Wer frisierte mich vor Lesungen und wer ging mit mir Shoppen?
"Du wirst dir das bestimmt überlegt haben", erklärte ich vorsichtig. Bei Marcel-Pascal musste man behutsam vorgehen. Stimmte ich ihm begeistert zu, kam er vielleicht auf die Idee, seine ersten Hetero-Versuche mit mir zu unternehmen. Redete ich es ihm aus, wäre er sauer und unternahm aus Trotz alles was nur im Ansatz Hetero war. Und am Ende gefiel es ihm.
Das galt es zu verhindern.

 Mein bester Freund durfte nicht hetero werden!


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